Ein Eimer voller Schutt – Gaza hat kein (Eis-)wasser

Seit Wochen schütten sich Prominente und Semi-Prominente Eimer mit Eiswasser über den Kopf. Das nervt langsam – zumal von der ursprünglichen Idee, damit Spenden für die Bekämpfung der Nervenkrankheit ALS zu generieren, keine Rede mehr ist.

Eine ganz andere Perspektive haben auf den nassen Unsinn die Menschen in Gaza. Sie mussten einen 50-tägigen Krieg mit weitreichenden Zerstörungen durchleiden. Der halbe Gazastreifen liegt in Schutt und Asche, auch die Infrastruktur für Wasserversorgung und Abwasser ist weitreichend zerstört.

Darauf macht auf zynische Weise in einem Video der Journalist Ayman Al-Alul aus Gaza aufmerksam. „Ich mochte den Eiswasser-Wettbewerb“, sagt er. „Daher habe ich eine palästinensische Version erfunden. Ich habe nach einem Eimer Wasser gesucht, aber Wasser ist in Gaza zu kostbar, als es sich über den Kopf zu schütten. Auch kann man es nicht einfrieren, da es keine Elektrizität gibt.“ Die palästinensische Version der Eiswasseraktion geht daher so: Statt Wasser schüttet man sich einen Eimer mit Schutt des Krieges über den Kopf. „Wir haben kein Wasser, aber DAS ist es, was wir haben…“, sagt Ayman al-Alul.

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Heute wurde ein Waffenstillstand erzielt. Es ist zu hoffen, dass er endlich hält. Dann wird auch hoffentlich die grundlegende Wasserversorgung für die Bevölkerung wieder gewährleistet werden können – wenn auch nicht für den Eiswasser-Wettstreit.

 

 

 

 

 

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