Archiv der Kategorie: Libanon

Der Vogel stinkt immer vom Kopf

"Bald am Beiruter Flughafen" - AktivistInnen bestücken den Flughafen zumindest auf Bildern schon mal mit Vogelscheuchen

„Bald am Beiruter Flughafen“ – AktivistInnen bestücken den Flughafen zumindest auf Bildern schon mal mit Vogelscheuchen

Massentötungen von Seevögeln, die Müllkrise, und wie all das mit der bewegten Geschichte Libanons zu tun hat

Ein Gastbeitrag von Mohamad Hassan Mansouri

Der Himmel über den Stränden Beiruts ist seit Mitte Januar überraschend leer. Wo sich sonst besonders Seevögel tummelten, herrscht Mitte Januar gähnende Leere. Besonders fällt das den Fischern auf. : „Natürlich vermisse ich sie. Sie waren unterhaltsam,“ zitiert die New York Times Mohammad Jradi, der seit 20 Jahren fischt Wie für ihn waren die Seevögel für viele andere Fischer stete Begleiter. Heute ist es einsam um sie geworden, nachdem innerhalb von drei Tagen im Januar angeblich 10.000 Vögel abgeschossen wurden.

Angelockt hatte die Vögel die „Costa Brava“, ein Küstenabschnitt wenige Kilometer südlich des einzigen internationalen Flughafens des Libanons. Hier lieh sich in hoffnungsvolleren Zeiten ein Strandressort den Namen des populären europäischen Touristenstrandes. Wo sich einst ausländische Tourist/innen und Libanes/innen am Strand erholten, türmt sich heute  provisorisch in Säcke gepresster Müll. Weil hier im letzten Jahr viel mehr abgeladen wurde, als die Deponie eigentlich verkraften kann, ist Costa Brava, wie der libanesische Blogger Claude el Khal schrieb, zu einem „riesigen kostenlosen libanesischen Restaurant“ für Vögel geworden.

In ihrer Masse begannen sie schließlich Starts und Landungen auf Beiruts Flughafen zu gefährden. Internationale Fluggesellschaften drohten, ihre Flüge in den Libanon einzustellen, weil Vogelschwärme in die Triebwerke geraten und die Maschinen zum Absturz bringen könnten. Umweltorganisationen hatten schon lange davor gewarnt und eine dauerhafte Lösung des Müllproblems gefordert.

Zunächst signalisierte das Umweltministerium, über eine Lösung nachzudenken – allerdings nicht die Schließung der Deponie, sondern lediglich Abschreckungsmaßnahmen für die Vögel. Am 14. Januar dieses Jahres nahm sich eine Gruppe von Jägern des Problems an – angeblich bezahlt durch die Regierung in einem  von Middle East Airlines gesponserten Bus kamen sie zur Küste und schossen Tausende Vögel vom Himmel.

Dieser Zwischenfall erzürnte libanesische Umweltaktivisten und lenkte den Fokus zurück auf die weiterhin ungelöste Müllkrise von 2015. Um die Proteste einzudämmen, hatte die Regierung gegen den Widerstand der Anwohner die Wiedereröffnung einiger längst überfüllter Mülldeponien beschlossen. Das ermöglichte den Abtransport des Abfalls aus Beirut und Mount Lebanon, und nach dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn“ legten sich die Proteste, an denen Tausende teilgenommen hatten.

Umweltaktivist/innen warfen der Regierung u.a. einen Bruch der Konvention von Barcelona vor, welche das Errichten von Mülldeponien an der Mittelmeerküste untersagt.

Jedoch war es vorauszusehen, dass die neuen Deponien und der neue Plan vom damaligen Agrarminister Chehayeb die Abfallproblematik nicht auf Dauer lösen können. Um zu verstehen, warum sich die Lösungsansätze ständig zwischen der Schließung alter und der Eröffnung neuer Deponien bewegen, lohnt sich ein Blick in die Nachkriegsgeschichte des Libanon.

Am 13. Oktober 1990 marschierten libanesische und syrische Streitkräfte im Präsidientenpalast ein und General Michel Aoun gab seine Kapitulation bekannt. Damit endete nach 15 Jahren ein Krieg, der das Land beinahe vollständig zerstört hatte. Dabei wurde auch vieles der Vorkriegsordnung zerstört und neue Machtverhältnisse ersetzten alte. Das 1977 gegründete Council for Development and Reconstruction (CDR) wurde 1992 wiederbelebt und wurde zum wichtigsten Instrument für den Wiederaufbau der Infrastruktur des Landes.

Gleichzeitig waren die Arbeiten und Vorgehensweisen des CDR immer begleitet von Korruptions- und Parteilichkeitsvorwürfen. Hauptakteur in der Abfallwirtschaft des Landes ist die private Firma Sukleen, welche auf die Abfallentsorgung spezialisiert ist, allerdings wenig im Bereich Mülltrennung und –beseitigung unternimmt. Ihr wird aufgrund ihrer Näher zur Familie Hariri vorgeworfen, Ausschreibungen trotz wettbewerbsunfähiger Preise für sich zu entscheiden. So kam es, dass Sukleen 1994 in einer Ausschreibung für 3,6 Millionen US Dollar zum beinahe alleinigen Abfalldienst  im gesamten Land wurde. Schon damals stand die skandalöse Schätzung im Raum, dass eine dezentralisierte Abfallbeseitigung in den Kommunen nur die Hälfte dieser Summe gekostet hätte und Korruptionsvorwürfe wurden laut. Dennoch ist Sukleen bis heute stets alleinige Bewerberin um die Vergabe der Beiruter Müllentsorgung. Pro Tonne erhält Sukleen den Spitzenpreis von USD 150, ist jedoch gleichzeitig nur für den Abtransport, nicht für die Bereitstellung von Deponiefläche zuständig.

Schon 1997 hatte die Vetternwirtschaft im Müllsektor zu einer Krise geführt. Damals war die Mülldeponie in Bourj Hammoud nach massiver Übernutzung geschlossen worden, ohne dass die Regierung eine Alternativlösung parat hatte. Das Resultat war eine Müllkrise in den südlichen Vororten Beiruts und in der Matn-Region, bei der die Regierung mehr oder weniger offen zugab, dass sie nicht in der Lage ist, etwas anderes als neue Mülldeponien anzubieten, geschweige denn eine längerfristige Vision für das Abfallmanagement hätte.

Heute, 20 Jahre später, scheint sich ihre Geschichte des Versagens zu wiederholen. Die Costa Brava ist lediglich ein weiteres Symptom einer verfehlten Politik, welche an der Grundsituation nichts ändert: der Libanon produziert zu viel Müll, ist nicht in der Lage ihn alleine zu bearbeiten und Recycling wird so gut wie nicht betrieben. Ohne, dass die Regierung bereit ist, das Problem nachhaltig anzugehen und solange die Gesellschaft nicht sensibler mit dem Thema Abfall umgeht, wird das Land auch in Zukunft dazu verdammt sein, seine Geschichte zu wiederholen – auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung.

Mohamad Hassan Mansouri

Mohamad Hassan Mansouri studierte Betriebswirtschaft und Interkulturelle Studien in Heilbronn und Kairo, sowie Volkswirtschaft und Politikwissenschaften in Marburg und Beirut.
Derzeit unterstützte er das hbs-Büro in Beirut in Wirtschaftsfragen und beschäftigte sich vorwiegend mit den wirtschaftlichen Folgen des seit 2011 anhaltenden Syrienkrieges.

Es werde Licht

(c) Bente Scheller

Besucher in manchen Beiruter Stadtteilen mögen sich über die zahlreichen kleinen Schreine auf der Straße wundern. Mal freisetehend, mal an Häusern, mal mit Glas und mal als kleine kün

Der Schrein gegenüber (c) Bente Scheller

stliche Grotten sind sie ein nicht wegzudenkender Teil des Straßenbildes.

In unserem Büro gibt es gleich im Erdgeschoß ein kleines Türchen mit Glasscheibe, hinter der man den heiligen Georg beim Sieg über den Drachen sieht, beleuchtet gelegentlich von einem elektrischen „ewigen Licht“. Die Bewohner legen hier Blumen nieder oder halten Zwiesprachen mit den beiden Madonnenstatuen.

Vielleicht haben sie, wie ich, mal  die Tür daneben geöffnet, hinter der sich die Elektroinstallationen des Hauses verbergen. Angesichts des Kabelsalats kann man nur andächtig staunen und es für ein Wunder halten, das alles funktioniert.

 

 

 

 

 

 

Gute Beine, schlechte Beine? Burkini vs. Speedos

© Marwan Aoun (Instagram: sinfulmale)

© Marwan Aoun (Instagram: sinfulmale)

 

 

Ein Gastbeitrag von Brandie Podlech

Libanons Strände sind bekanntermaßen nicht nur Orte der Erholung, des Exzesses und der Balz, sondern auch Austragungsorte von Deutungskämpfen. Schlagzeilen machen dabei vor allem rassistische Zutrittsverbote für Hausangestellte und „people of colour.“ Offenbar herrschen derzeit an den Küsten Frankreichs Strandprobleme anderer Natur und auch fernab des Ozeans schlägt das Thema hohe Wellen: die richtige Bademode für die Frau.

Wie überall in der Welt ist es im Libanon als Frau nicht leicht, sich für das passende Strandoutfit zu entscheiden – einerseits will man möglichst wenigen Balzversuchen ausgesetzt sein, andererseits aber auch modisch auf dem aktuellen Stand bleiben. Momentan ist der Trend hier eher „weniger ist mehr“.

Eines ruhigen Sonntags im Monat Ramadan war ich mit Freunden, darunter Marwan, dessen Bild diesen Artikel ziert, an einem recht menschenleeren Strand. Wir hatten uns bereits ins Wasser gestürzt – drei Männer und eine Frau –, da musste der Strandaufseher aufgebracht rufend und winkend für Ordnung sorgen. Doch nicht mein Bikini war das Problem. Er hatte ausgemacht, worin die tatsächliche Bedrohung bestand: in Marwans Körper, genauer gesagt, seiner Badehose (siehe Foto). „Das Tragen von Speedos ist hier verboten.“ Glücklicherweise mussten wir bloß 20 Minuten im Wasser warten bis ein Freund mit langen extra-Badeshorts kam und für Marwans Rettung sowie die Sicherheit der anderen Badegäste sorgte.

Daran, eine logische Erklärung zu finden, sind wir an jenem Tag gescheitert. Heute möchte ich daher einmal versuchen, eine willkürliche Sammlung von Argumenten für die jüngsten Verbote umstrittener Bademoden in Frankreich auf ein Speedos-Verbot im Libanon anzuwenden:

Leider habe ich es versäumt, den Strandaufseher dazu zu befragen. Sein Kommentar hätte wohl in etwa so gelautet: „Es geht nicht darum, das Tragen modischer Statements am Strand zu verbieten, sondern ostentative Kleidung, die auf eine Zugehörigkeit zu sexuellen Orientierungen hinweist, die gegen uns Krieg führen.

Was in Europa nach „höchster Verblödungsbereitschaft mit einem zutiefst rassistischen Kern“ klingt, war am Strand von Jiyeh wohl Homophobie – und damit eine Waffe des Sexismus.


Brandie Podlech

Brandie Podlech

Brandie Podlech studierte Politikwissenschaft, Arabistik und Iranistik in München. Im Sommer 2016 forscht sie im Rahmen eines Praktikums bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut zu „Masculinities“ in libanesischen TV- und Webserien.

Ohne Heinrich läuft nichts

Wohl allen RepräsentantInnen der politischen Stiftungen passiert es, dass sie miteinander verwechselt werden oder dass man annimmt, der Stiftung sitze die Person vor, die ihr den jeweiligen Namen gegeben hat. „Lieber Heinrich Böll …“ beginnen manche Briefe, die wir erhalten, und auch die Bemerkung: „Ach, seid ihr auch eine von den Friedrich-Stiftungen“ habe ich schon gehört.

Heute will ich beim libanesischen Innenministerium, konkret der General Security, eine Einladung für einen syrischen Gast abgeben. Die Zuständigen sind sehr hilfsbereit, aber zwischendrin, beim Wechsel von einem Gebäude ins nächste, laufe ich einem Wachmann in die Arme, der meint, auch inhaltlich prüfen zu müssen, ob ich dort richtig sei. Er fleddert die Papiere durch, zuoberst das Einladungsschreiben, das mit „Heinrich Böll Stiftung lädt ein …“ beginnt.

Er: „Bist du Heinrich?“ – Ich: „Nein, ich bin Bente, ich arbeite für Heinrich …“ – Er: „Heinrich muss schon selbst erscheinen, kannst gleich wieder verschwinden.“ – Ich: „Heinrich hat unserer Stiftung nur den Namen gegeben, sehen Sie, hier ist festgehalten, dass ich die Repräsentantin bin.“ – Er: „Wenn Heinrich hier nicht persönlich auftaucht, wird das nichts.“ – Ich: „Heinrich ist tot.“ – Er: „Du kannst keinen Toten in den Libanon bringen, was soll die Einladung?“

Verschwörung wittern, feiern, spotten – Brexit in der Levante

Facebook-Meme "Lebxit"

Facebook-Meme „Lebxit“

ISIS feiert, Muqtada Sadr wittert eine amerikanisch-israelische Verschwörung und der Libanon reißt Witze: Das britische Referendum für einen Austritt aus der EU ist kaum ein (ernstes) Thema unter arabischen Kommentatoren der Levante. Die Europäische Union, komplex wie sie ist, ist schon den eigenen BürgerInnen stets ein wenig abstrakt geblieben. So ist es kein Wunder, wenn sie in der Nachbarschaft auch eher mit einer Mischung aus Staunen und Unverständnis wahrgenommen wird, und dementsprechend auch ein so folgenreicher Schritt wie die Abkehr eines wichtigen Mitgliedsstaates nicht als das politische Erdbeben erfasst wird, das es in Europa selbst ausgelöst hat.

Zudem verblassen angesichts des Kriegs in Syrien und Irak und der akuten Bedrohung, die davon für die Region ausgeht, politische Fragen, die an anderen Orten der Welt gerade relevant sein mögen.

Den meisten libanesischen Medien ist das Thema keinen eigenen Kommentar wert. Sie haben im Wesentlichen Agenturmeldungen übernommen. Die Daily Star-Autorin Dana Halawi befasst sich mit den Auswirkungen des Brexit auf den Libanon. Kurzfristig vorteilhaft, aber langfristig negativ lautet ihre Einschätzung. Das libanesische Pfund ist an den Dollar gebunden. Wenn der Brexit also den Euro schwäche, würden die Importe aus Europa – rund 30% der libanesischen Importe – günstiger. Langfristig jedoch würden all die libanesischen Investoren in Großbritannien am Wertverfall ihrer Objekte leiden, schließt Halawi aus ihren Gesprächen mit einer Reihe von Wirtschaftswissenschaftlern.

Rubina Abu Zeinab-Chahine, Geschäftsführerein der Hariri-Stiftung für nachhaltige menschliche Entwicklung, beschreibt den Austritt als tragisch, legt die Vorteile und die Schwächen der EU über ihre Geschichte hin da und wendet sich dann den europäischen Mittelmeer-Partnerschaften zu: „Die Europäische Mittelmeer-Partnerschaft, vor 21 Jahren aus der Taufe gehoben, war der erste Ansatz der EU zu einer umfassenden gemeinsamen Politik für den nahen Osten, die die Grundlage für neue regionale Beziehungen werden sollte, und darauf ausgerichtet war, Frieden zu stiften, Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und besondere Beziehungen zwischen der EU und dem Libanon zu etablieren. In einem so komplizierten Kontext voller Herausforderungen wie heute: Was bedeutet es für den Mittelmeerraum und den Libanon, wenn sich ihre Nachbarschaft ändert?“ Leider erörtert sie diese Frage nicht weiter.

Weniger akademisch und mehr verschwörungstheoretisch geht der hochrangige irakische schiitische Geistliche Muqtada al-Sadr das Thema an. Er warnt vor einer fragmentierten EU als Folge des Brexit und beschuldigte die USA und Israel, dahinter zu stecken. Ihm zufolge stellte die „mächtige EU“ eine Bedrohung der Vormachtstellung der USA „und ihres Stiefsohns Israel“ dar. Der Brexit sei ein erster Schritt, mit denen diese die EU zu schwächen versuchten.

Dass das britische Referendum die EU schwächt, veranlasst auch ISIS, sich die Hände zu reiben. Die Terrororganisation forderte ihre Anhänger zu Anschlägen in Europa auf, um es vollends lahmzulegen.

Gänzlich unernst verläuft die Debatte auf Libanons sozialen Medien. Schon gleich nach dem Referendum machte ein Plakat die Runde, auf dem stand, „Können wir, als Libanesen, dafür stimmen, den Nahen Osten zu verlassen?“ Manche LibanesInnen sehen sich eher Europa als dem Nahen Osten zugehörig. Insbesondere in einigen christlichen Kreisen betrachtet man Europa augenscheinlich als eine Art erweitertes Wohnzimmer des Libanons. Hatte ich erwartet, dass die meisten Libanesen die Resettlement-Politik Europas wenn dann als unzureichend kritisieren, bekam ich von Angehörigen der libanesischen Rechten neulich gesagt, Deutschland sollte doch auf sie hören und bloß keine Syrer mehr reinlassen. Sie fühlten sich als Teil des „christlichen Abendlandes“, das sie durch die Zuwanderung von, wie sie sagten „Arabern“, gefährdet sahen, sicherlich die Sicht einer kleinen Gruppe, aber dennoch präsent.

Doch es ist ein weitverbreitetes Gefühl, dass der Libanon durch seine als unwirtlich bis feinselig empfundene Nachbarschaft daran gehindert wird, sein volles Potential zu entfalten. Dass wiederum veranlasste einen Aktivisten der libanesischen Zivilgesellschaft zu einem öffentlichen Aufstöhnen auf Facebook:  “Können alle bitte aufhören, den “Kann Libanon darüber abstimmen, ob es aus dem Nahen Osten austreten will“-Witz weiterzuverbreiten?“ schrieb Georges Azzi, Direktor der Arab Foundation for Equality, „Erstens gibt es keine Institution namens „Naher Osten“, weder politisch noch wirtschaftlich noch als irgendeine Art von Abkommen. Es gibt keinen „Austritt“. Zweitens, wenn das Ziel ist, physisch aus dem Nahen Osten herauszukommen, könnt ihr anfangen zu graben. Aber wann immer ihr fertig wäret:  Nabhi Berri [Parlamentspräsident seit 1992] wäre noch immer Parlamentspräsident, Michel Aoun und sein Günstling Bassil würden noch immer alles daran setzen, das Präsidentenamt an sich zu reißen, und [der Geschäftsmann] Hariri würde an der damit neu entstandenen Küste in der Bekaa-Ebene Lizenzen an private Firmen verkaufen, damit diese dort neue schicke Strandressorts bauen können. Drittens werden sich die einzelnen Konfessionen des Libanons spinnefeind sein, wo auch immer in der Welt sie sich befinden. Viertens hat Korruption nichts mit unseren Nachbarländern  zu tun. Also hört auf, andere für eure Probleme verantwortlich zu machen.“

Bassekou Kouyate, der König der Ngoni

Bassekou Kouyate (c) Marwan Tahtah, mit freundlicher Genehmigung

Bassekou Kouyate (c) Marwan Tahtah, mit freundlicher Genehmigung

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

Schwarze sieht man im Libanon nicht oft. Und wenn, dann sind es die Hausangestellten der Nachbarn, die, die den Balkon putzen, den Hund ausführen oder ein kleines weißes Kind an der Hand halten. Insofern ist das Konzert des international renommierten Musikers Bassekou Kouyate aus Mali etwas ganz besonderes. „Wir hoffen, dass das für den Libanon Außergewöhnliche zur Normalität wird!“ leitet die Direktorin des Springfestivals Hanane Hajj Ali, einen Turban aus afrikanischen Tüchern auf dem Kopf, das Konzert ein und fragt sogleich nach den Nationalitäten des Publikums. Libanesen, Spanier, Italiener, Ägypter, Senegalesen, Syrer, Franzosen und Briten sitzen im Saal und waren auf den Auftritt des Musikers und seiner Band Garana Roots.

Dann erklingen die ersten Töne Westafrikas in Beirut und bringen den Saal zum schwingen. Kaum einen hält es an diesem Abend auf seinem Platz, wenn der charmante „King of Ngoni“ Bassekou Kouyate das dreisaitige Instrument spielt, als sei es eine E-Gitarre.

Seine Worte sind oft politisch und enthalten eine Botschaft an die westlichen Kolonialmächte: „Wir weigern uns mit westlichen Instrumenten zu spielen. Wir spielen immer noch mit unseren traditionellen Instrumenten.“ Und schon beweist Bassekou, dass man auch mit einer Ngoni, Westafrikas ältestem Instrument, Blues spielen kann- Beirut tobt! Besonders ein paar Frauen aus Senegal, die für den heutigen Abend ihre schönsten traditionellen westafrikanischen Kleider tragen, können sich nicht länger zurückhalten und laufen vor die Bühne, in eine senegalesische Flagge eingewickelt – und tanzen sich die Füße wund.

Die Band Garana Roots hat heute ihre Weltpremiere und besteht ausschließlich aus Familienmitgliedern Bassekous: Dar wäre der Bruder, der die Percussions spielt, Bassekous Sohn an einem westafrikanischen Bassinstrument, seine Tochter, die mit ihrer Stimme heute Bassekous Frau ersetzt. Und zu guter Letzt ist da noch Bassekous Vater, sicher schon an die 90 Jahre alt, der mit solch einer Intensität singt, dass manch einer im Publikum neidisch wird, wie er ganz ohne Fitnessstudio und Botox so eine Vitalität ausstrahlen kann.

Für ein paar Stunden vergessen wir, dass wir in Beirut sind, wo Menschen mit anderer Hautfarbe oft Diskriminierungen ausgesetzt sind. Die Zuschauer tanzen miteinander und lauschen dem französischen Dialekt Malis. Doch Bassekou Kouyates Mali ist auch ein Land, das in den vergangenen Jahren große Unruhen durchlebt hat. In einem Song erzählt Bassekou, wie das traditionelle Festival du D’esert zur einzigen Bühne in Mali wurde, auf der sie spielen konnten und wie das Festival mehrmals den Veranstaltungsort ändern musste und 2014 sogar im Exil in Berlin stattfand, wegen der Bedrohung durch Rebellengruppen. Die Geschichten aus Mali erinnern an Libanons Nachbarland Syrien. „Wir hatten Leute in unserem Land, wir wussten nicht woher sie kamen. Sie waren plötzlich da. Aber jetzt sind sie zum Glück wieder weg!“ beschwört Bassekou Kouyate und lädt nach Mali ein.

Den Abschluss krönt eine afrikanische Version des kubanischen Songs „Guantanamera“, bei dem die Frauen aus Senegal sich nicht mehr zurückhaltend können und kurzerhand die Bühne stürmen. Während sie noch wild ihre Hüften schwingen, stehlen sich die Musiker schelmisch von der Bühne – nicht ohne ein letztes Augenzwinkern 😉


Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Münster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

 

Above Zero – Spiel um die Macht

Above Zero (c) Mouhamad Khayata, Koon Theatre Group, mit freundlicher Genehmigung

Above Zero (c) Mouhamad Khayata, Koon Theatre Group, mit freundlicher Genehmigung

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

„Der Bär frisst den Wolf, der Wolf frisst die Hyäne, die Hyäne frisst den Hund, der Hund frisst die Katze, die Katze frisst die Maus“.

Erschrockene Menschen kauern unter einem Bettgestell aus Metall. Sie pfeifen, schauen zum Himmel, verfolgen einen Punkt mit ihren Augen und zittern dann. Ein Luftangriff womöglich. Ihre Körper rollen über den Boden, übereinander, gegeneinander. Ein Mann scheint die Kontrolle über sich verloren zu haben. Seine Beine bewegen sich wild in alle Richtungen, und jede Anstrengung sie zu lenken, scheitert. Dann beginnt er, sich am ganzen Körper zu kratzen, lacht plötzlich laut auf und bricht in Tränen aus.

Die Bühne, sie ist ein Gefängnis, eine Folterkammer, deren Opfer langsam durchdrehen.

Ein Mann in Basketballklamotten betritt die Bühne. Er dribbelt seinen Ball auf den Verrückten zu. Bei jedem Aufprall geht ein Zucken durch den leblosen Körper am Boden. Als der Ball dem Spieler entgleitet, nimmt er kurzerhand den Kopf des Gefangenen als Ball. Den Körper zwischen die Beine geklemmt, dribbelt er den Kopf von rechts nach links, von links nach rechts. Der Ball wird zum Machtobjekt und wer ihn hat, hat das Kommando. „Wenn er geschlagen wurde, fiel er, und stand wieder auf“, wiederholt die Gruppe unter dem Bett immer wieder. Gewalt produziert Angst, und Angst produziert Gewalt. Und die Insassen, voller Angst, hängen den Körper ihres Kammeradens auf und lassen ihn schwingen. Nun sind sie es, die die Macht haben. Rhythmisch prallen ihre Basketbälle auf den Boden der Bühne.“Er starb, er starb, er starb“, rufen sie im Takt.

Der Theaterregisseur Ossama Halal ist ein Talent. Er hat Dramaturgie in Damaskus studiert und die Koon Theatre Group ins Leben gerufen, ein Kollektiv an Tänzern und Musikern, die gemeinsam Tanztheater auf hohem Niveau machen. Nach seiner Erfolgsperformance Cellophane von 2012, war sie im vergangenen Jahr mit Above Zero bei dem Festival für Performancekunst aus der MENA Region Dancing on the edge in den Niederlanden zu Gast. Im Rahmen des Festivals Focus Syria, das von der Kultureinrichtung Ettijahat organisiert wird, hat sie nun erneut ihre Performance im Shams-Theater in Beirut gezeigt.

„Wer ist im Exil und wer wurde exiliert? Wer vergisst und wer wurde vergessen?“ Eines der Bettgestelle wird aufrecht aufgestellt. Es wird kurzerhand zu der Gefängnistür, vor der eine Frau wimmert. Leise erklingen Klaviermelodien, mit dumpfem Bass. Eine Stimme fragt: “Habt ihr heute Strom? Wartest du noch immer? Oder siehst du jemand anderen …?“ Die Fragen erinnern an Briefe der Insassen, an ihre Gedanken an Zuhause. Von der anderen Seite kleben zwei Tänzer Papierzettel mit Namen an die Stangen der Tür. Auf einem steht „Syrisches Pfund“- die Währung Syriens. Es erinnert an die Todesanzeigen, die in der Region üblicherweise an Wände und Häuser geklebt werden.

Außerhalb der Halle, vor der Aufführung von Above Zero, treffen ganz unterschiedliche Besucher aufeinander. „Siehst du den Mann da vorne? In dem gelben T-Shirt? Und die Frau daneben?“ fragt mich mein Freund. – „Ja, was ist mit denen?“

„Die sind Schauspieler und man sieht sie in allen syrischen Serien“. Er beugt sich zu mir runter und flüstert verschwörerisch: “Die sind super pro-Regime. Und der Typ, der da sitzt ist Regisseur – auch pro- Assad.“

Es mag paradox erscheinen, Regimegegner und Regimebefürworter bei einem Stück wie Above Zero anzutreffen – doch letztendlich vereint sie etwas so Groteskes, wie es auch das Ende des Stückes selbst auf den Punkt bringt: „Dieser Krieg ist unser Blut, in Angebot und Nachfrage.“

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Münster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

Schwer rumzukriegen

(c) Bente Scheller 2015

(c) Bente Scheller 2015

„Bei meiner Hochzeit hat mich der Sheikh beiseite genommen: ‚Hat dich irgendjemand unter Druck gesetzt, dass du diesen Mann heiratest?‘ hat er gefragt. Ich habe ’nein‘ gesagt. ‚Wirklich nicht?‘ – ‚Nein‘ – ich habe meine Freundin hilfesuchend angeschaut: ‚Was soll ich denn sagen? Wir haben doch zu dieser Hochzeit eingeladen.‘ Sie hat gesagt: ‚Du darfst nicht so direkt ’nein‘ sagen … Du must dich zieren, du must so tun, als seist du schwer rumzukriegen.‘ – Ich habe ihr einen Vogel gezeigt: ‚Ich spiel doch nicht bei meiner eigenen Hochzeit ’schwer rumzukriegen‘ mit dem Sheikh!'“ – „Das kommt aus den ländlichen Gegenden“, sagt eine Kollegin, „es geht darum, den Brautpreis hochzutreiben.“

„Wieviel ist denn zum Beispiel für einen Sheikh dabei drin?“ frage ich. „Kommt ganz drauf an, wie bekannt er ist, viertausend, fünftausend Dollar sind nicht unüblich.“ – „Für eine einzige Hochzeit?“ fragt eine aus der Runde, „da werde ich Sheikh!“ – „Sheikha“, korrigiert die erste.

Alle Familienfeiern haben ökonomisches Potential. „Als mein Onkel gestorben ist, hatten wir einen Sheikh. Damals haben wir ihm ein paar hundert Dollar gegeben. Als ein paar Jahre später ein anderer Onkel gestorben ist, wollten wir ihn wieder dafür gewinnen. Wir wollten ihn gerne, weil er eine so angenehme Stimme hat. Wisst ihr, was er für die drei Tage haben wollte? 10.000 Dollar! Mittlerweile war er berühmt geworden.“

„Bei Taufen ist es genau das gleiche, man muss den Priester bezahlen, die Kirche mieten …“ In einem sind sich alle einig: dass es im Libanon keine Zivilehe gibt, ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass religiöse Autoritäten dann nicht mehr daran verdienen könnten. Angesichts der Summen, um die es geht, ist nachvollziehbar, dass auch der Vorschlag vor ein paar Jahren, 300 Dollar an die Vertreter der Konfession des Bräutigams zu zahlen, nicht auf offene Ohren stieß.

Geschichten aus 1800 und einem Tag

1800 Colorful Centimenters

1800 Colorful Centimenters

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

Im Krieg verändert sich alles. Fünf Jahre, 1800 Tage lang, herrscht in Syrien nun der Bürgerkrieg. In diesen 1800 Tagen hat Syrien viel Farbe verloren, es ist verbleicht, ausgeblasst. Die syrischen Künstler Johnny Semaan und Kaed Haidar verleihen diesen Tagen nun wieder Farbe. Denn in dieser Zeit wurde in Syrien auch weitergelebt. Mit Acrylfarbe, Öl, Tusche und Pastell rekolorieren sie die schönen, kleinen Dinge im Leben der Menschen in Syrien und erzählen Geschichten von zwischenmenschlichen Beziehungen, tanzenden Derwishen, Fischermännern und Träumern.

1800 hochkantDiese Idee gefiel auch der Galeristin Nelsy Massoud, die sofort Feuer und Flamme für das Projekt der beiden Künstler war und kurzerhand ihre Galerie in Beirut zur Verfügung stellte. Bei einem Besuch der Ausstellung „Colorful centimeters- 1800 days“, die am fünften Jahrestag der syrischen Aufstände eröffnet wurde, trifft man mit etwas Glück den jungen Künstler Johnny Semaan an, der an der Kunsthochschule in Damaskus  sein künstlerisches Talent entwickeln konnte. Bei einem Kaffee im wunderschönen Garten der Galerie erzählt er dann von seiner Arbeit und seiner Freundschaft zu Kaed, mit dem er in seiner Geburtsstadt Latakia zusammen Kunst unterrichtet hat. Während Kaed weiterhin in Latakia lebt und arbeitet, wohnt der 30-Jährige Johnny mittlerweile in Beirut und träumt von weiteren Ausstellungen, auch in Deutschland.

Die 1800 intensiven, nachdenklichen, verwirrenden, mal witzigen und mal traurigen Skizzen und Zeichnungen sind noch bis zum 10. April in der Galerie 392Rmeil393 in Gemayzeh in Beirut zu bewundern.

1800 Colorful Centimenters

1800 Colorful Centimenters

Doch man sollte sich ranhalten, denn es gehört zur Ästhetik der Ausstellung, dass die kleinen, rund 10 x 15cm großen Bilder ihren Platz oder gar ihren Besitzer wechseln, von den Wänden verschwinden, um in privaten Zimmern wieder aufzutauchen. Um diese Form der Lebendigkeit der Ausstellung zu garantieren, sind die Bilder erschwinglich und man findet somit das ein oder andere Kunstwerk zum Mitnehmen.

Doch auch die, die es lieber groß mögen, kommen bei Johnny Semaan nicht zu kurz. Die Galeristin Nelsy Massoud ist so begeistert, dass sie gleich eine weitere Ausstellung mit dem Künstler im August geplant hat. Dann zeigt Johnny einige seiner großformatigen, Drei-Meter-Kunstwerke. Und wer weiß, vielleicht geht Johnnys Traum schon bald in Erfüllung, und wir werden sein Talent irgendwo in einer Galerie in Berlin bestaunen können.

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Münster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

„Tu es nicht“ – Kinderehen im Libanon

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Ein Mann gesetzten Alters steht an der belebten Uferpromenade in Beirut, neben ihm ganz in weiß und mit Brautstrauß seine Angetraute. Die beiden sind beim Fotoshooting ihrer Hochzeit. Eine ganz normale Szene, die sich hier im Sonnenschein und unter Palmen abspielt – wäre da nicht das Alter der Braut, die noch ein Kind ist. Die libanesischen Gesetze erlauben es. 12 ist das Mindesalter für eine Eheschließung.

Kinder, die verheiratet werden sind ein trauriges Thema, das mit der Flüchtlingskrise erst Aufmerksamkeit erhalten hat. Über eine Million syrischer Flüchtlinge befinden sich im Libanon, darunter viele Familien, in der die Mütter alleine für die Kinder sorgen müssen. Die Ehemänner und Väter: im Krieg, in Gefangenschaft, auf dem Weg nach Europa, um eine bessere Zukunft zu suchen; im Libanon und zu beschämt darüber, dass sie nicht mehr der Ernährer der Familie sein können – oder überzeugt, dass sie sich alleine besser durchschlagen können.

Das hat verheerende Auswirkungen für die Frauen, die auf sich selbst gestellt sind. Sie haben wenig Wahl, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und die Kinder durchbringen sollen. Ausbeutung und Prostitution („Survival Sex“) sind die Folge – und dass Mädchen bereits als Kinder und Teenager verheiratet werden, damit die Mütter die Verantwortung für sie abgeben können, wie bei einer der Protagonistinnen von Carol Mansours Dokumentarfilm „Not Who We Are.“

Doch Kinderehen sind beileibe nicht nur ein Phänomen unter Flüchtlingen. Es gibt sie auch im Libanon, in dem ein Viertel der Bevölkerung bereits vor 2011 unter der Armutsgrenze gelebt hat. Genau dieser Bevölkerungsanteil ist durch die ökonomischen Auswirkungen der zahlreichen Flüchtlinge noch tiefer in die Armut gedrängt worden.

Die oben beschriebene Szene stammt aus einer Performance, mit der die libanesische Frauenrechtsorganisation KAFA Kinderehen bekämpfen will: der ältere Herr, das Mädchen, der Fotograf: alles Schauspieler, die die Reaktion der Passantinnen und Passanten auf die Probe stellen. Obschon legal, sind sie gesellschaftlich, wie hier zu sehen ist, höchst umstritten. Viele schauen sich das an, gehen vorüber, aber einige mischen sich ein. „Und, gefällt es dir, das zu filmen?“ fragt einer den Fotografen, „Und dir, bist du zufrieden?“ richtet er sich an den Bräutigam. „Misch dich nicht in meine Angelegenheiten, ich habe die Erlaubnis ihrer Eltern“, erwidert diser. „Ein Wort noch, und ich werfe dich ins Meer,“ herrscht ihn ein anderer an.

Ein Mann tritt von hinten an die „Braut“ heran, es ist nicht zu hören, was er sagt, aber er gestikuliert eindeutig: ‚Tu es nicht, tu es nicht!‘

„Wo ist Deine Mutter?“ fragt eine Passantin. Die Schauspieler wiegeln ab: „Ich habe das Einverständnis ihrer Eltern. Das geht dich nichts an.“ – „Das ist sehr wohl meine Angelegenheit“, insistiert die Passantin, „ich war hier joggen, aber als ich das gesehen habe, sind meine Füße zu Eis geworden! Ich nehme sie jetzt mit! Das könnte meine Tochter sein.“