Archiv der Kategorie: Libanon

Ohne Heinrich läuft nichts

Wohl allen RepräsentantInnen der politischen Stiftungen passiert es, dass sie miteinander verwechselt werden oder dass man annimmt, der Stiftung sitze die Person vor, die ihr den jeweiligen Namen gegeben hat. „Lieber Heinrich Böll …“ beginnen manche Briefe, die wir erhalten, und auch die Bemerkung: „Ach, seid ihr auch eine von den Friedrich-Stiftungen“ habe ich schon gehört.

Heute will ich beim libanesischen Innenministerium, konkret der General Security, eine Einladung für einen syrischen Gast abgeben. Die Zuständigen sind sehr hilfsbereit, aber zwischendrin, beim Wechsel von einem Gebäude ins nächste, laufe ich einem Wachmann in die Arme, der meint, auch inhaltlich prüfen zu müssen, ob ich dort richtig sei. Er fleddert die Papiere durch, zuoberst das Einladungsschreiben, das mit „Heinrich Böll Stiftung lädt ein …“ beginnt.

Er: „Bist du Heinrich?“ – Ich: „Nein, ich bin Bente, ich arbeite für Heinrich …“ – Er: „Heinrich muss schon selbst erscheinen, kannst gleich wieder verschwinden.“ – Ich: „Heinrich hat unserer Stiftung nur den Namen gegeben, sehen Sie, hier ist festgehalten, dass ich die Repräsentantin bin.“ – Er: „Wenn Heinrich hier nicht persönlich auftaucht, wird das nichts.“ – Ich: „Heinrich ist tot.“ – Er: „Du kannst keinen Toten in den Libanon bringen, was soll die Einladung?“

Verschwörung wittern, feiern, spotten – Brexit in der Levante

Facebook-Meme "Lebxit"

Facebook-Meme „Lebxit“

ISIS feiert, Muqtada Sadr wittert eine amerikanisch-israelische Verschwörung und der Libanon reißt Witze: Das britische Referendum für einen Austritt aus der EU ist kaum ein (ernstes) Thema unter arabischen Kommentatoren der Levante. Die Europäische Union, komplex wie sie ist, ist schon den eigenen BürgerInnen stets ein wenig abstrakt geblieben. So ist es kein Wunder, wenn sie in der Nachbarschaft auch eher mit einer Mischung aus Staunen und Unverständnis wahrgenommen wird, und dementsprechend auch ein so folgenreicher Schritt wie die Abkehr eines wichtigen Mitgliedsstaates nicht als das politische Erdbeben erfasst wird, das es in Europa selbst ausgelöst hat.

Zudem verblassen angesichts des Kriegs in Syrien und Irak und der akuten Bedrohung, die davon für die Region ausgeht, politische Fragen, die an anderen Orten der Welt gerade relevant sein mögen.

Den meisten libanesischen Medien ist das Thema keinen eigenen Kommentar wert. Sie haben im Wesentlichen Agenturmeldungen übernommen. Die Daily Star-Autorin Dana Halawi befasst sich mit den Auswirkungen des Brexit auf den Libanon. Kurzfristig vorteilhaft, aber langfristig negativ lautet ihre Einschätzung. Das libanesische Pfund ist an den Dollar gebunden. Wenn der Brexit also den Euro schwäche, würden die Importe aus Europa – rund 30% der libanesischen Importe – günstiger. Langfristig jedoch würden all die libanesischen Investoren in Großbritannien am Wertverfall ihrer Objekte leiden, schließt Halawi aus ihren Gesprächen mit einer Reihe von Wirtschaftswissenschaftlern.

Rubina Abu Zeinab-Chahine, Geschäftsführerein der Hariri-Stiftung für nachhaltige menschliche Entwicklung, beschreibt den Austritt als tragisch, legt die Vorteile und die Schwächen der EU über ihre Geschichte hin da und wendet sich dann den europäischen Mittelmeer-Partnerschaften zu: „Die Europäische Mittelmeer-Partnerschaft, vor 21 Jahren aus der Taufe gehoben, war der erste Ansatz der EU zu einer umfassenden gemeinsamen Politik für den nahen Osten, die die Grundlage für neue regionale Beziehungen werden sollte, und darauf ausgerichtet war, Frieden zu stiften, Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und besondere Beziehungen zwischen der EU und dem Libanon zu etablieren. In einem so komplizierten Kontext voller Herausforderungen wie heute: Was bedeutet es für den Mittelmeerraum und den Libanon, wenn sich ihre Nachbarschaft ändert?“ Leider erörtert sie diese Frage nicht weiter.

Weniger akademisch und mehr verschwörungstheoretisch geht der hochrangige irakische schiitische Geistliche Muqtada al-Sadr das Thema an. Er warnt vor einer fragmentierten EU als Folge des Brexit und beschuldigte die USA und Israel, dahinter zu stecken. Ihm zufolge stellte die „mächtige EU“ eine Bedrohung der Vormachtstellung der USA „und ihres Stiefsohns Israel“ dar. Der Brexit sei ein erster Schritt, mit denen diese die EU zu schwächen versuchten.

Dass das britische Referendum die EU schwächt, veranlasst auch ISIS, sich die Hände zu reiben. Die Terrororganisation forderte ihre Anhänger zu Anschlägen in Europa auf, um es vollends lahmzulegen.

Gänzlich unernst verläuft die Debatte auf Libanons sozialen Medien. Schon gleich nach dem Referendum machte ein Plakat die Runde, auf dem stand, „Können wir, als Libanesen, dafür stimmen, den Nahen Osten zu verlassen?“ Manche LibanesInnen sehen sich eher Europa als dem Nahen Osten zugehörig. Insbesondere in einigen christlichen Kreisen betrachtet man Europa augenscheinlich als eine Art erweitertes Wohnzimmer des Libanons. Hatte ich erwartet, dass die meisten Libanesen die Resettlement-Politik Europas wenn dann als unzureichend kritisieren, bekam ich von Angehörigen der libanesischen Rechten neulich gesagt, Deutschland sollte doch auf sie hören und bloß keine Syrer mehr reinlassen. Sie fühlten sich als Teil des „christlichen Abendlandes“, das sie durch die Zuwanderung von, wie sie sagten „Arabern“, gefährdet sahen, sicherlich die Sicht einer kleinen Gruppe, aber dennoch präsent.

Doch es ist ein weitverbreitetes Gefühl, dass der Libanon durch seine als unwirtlich bis feinselig empfundene Nachbarschaft daran gehindert wird, sein volles Potential zu entfalten. Dass wiederum veranlasste einen Aktivisten der libanesischen Zivilgesellschaft zu einem öffentlichen Aufstöhnen auf Facebook:  “Können alle bitte aufhören, den “Kann Libanon darüber abstimmen, ob es aus dem Nahen Osten austreten will“-Witz weiterzuverbreiten?“ schrieb Georges Azzi, Direktor der Arab Foundation for Equality, „Erstens gibt es keine Institution namens „Naher Osten“, weder politisch noch wirtschaftlich noch als irgendeine Art von Abkommen. Es gibt keinen „Austritt“. Zweitens, wenn das Ziel ist, physisch aus dem Nahen Osten herauszukommen, könnt ihr anfangen zu graben. Aber wann immer ihr fertig wäret:  Nabhi Berri [Parlamentspräsident seit 1992] wäre noch immer Parlamentspräsident, Michel Aoun und sein Günstling Bassil würden noch immer alles daran setzen, das Präsidentenamt an sich zu reißen, und [der Geschäftsmann] Hariri würde an der damit neu entstandenen Küste in der Bekaa-Ebene Lizenzen an private Firmen verkaufen, damit diese dort neue schicke Strandressorts bauen können. Drittens werden sich die einzelnen Konfessionen des Libanons spinnefeind sein, wo auch immer in der Welt sie sich befinden. Viertens hat Korruption nichts mit unseren Nachbarländern  zu tun. Also hört auf, andere für eure Probleme verantwortlich zu machen.“

Bassekou Kouyate, der König der Ngoni

Bassekou Kouyate (c) Marwan Tahtah, mit freundlicher Genehmigung

Bassekou Kouyate (c) Marwan Tahtah, mit freundlicher Genehmigung

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

Schwarze sieht man im Libanon nicht oft. Und wenn, dann sind es die Hausangestellten der Nachbarn, die, die den Balkon putzen, den Hund ausführen oder ein kleines weißes Kind an der Hand halten. Insofern ist das Konzert des international renommierten Musikers Bassekou Kouyate aus Mali etwas ganz besonderes. „Wir hoffen, dass das für den Libanon Außergewöhnliche zur Normalität wird!“ leitet die Direktorin des Springfestivals Hanane Hajj Ali, einen Turban aus afrikanischen Tüchern auf dem Kopf, das Konzert ein und fragt sogleich nach den Nationalitäten des Publikums. Libanesen, Spanier, Italiener, Ägypter, Senegalesen, Syrer, Franzosen und Briten sitzen im Saal und waren auf den Auftritt des Musikers und seiner Band Garana Roots.

Dann erklingen die ersten Töne Westafrikas in Beirut und bringen den Saal zum schwingen. Kaum einen hält es an diesem Abend auf seinem Platz, wenn der charmante „King of Ngoni“ Bassekou Kouyate das dreisaitige Instrument spielt, als sei es eine E-Gitarre.

Seine Worte sind oft politisch und enthalten eine Botschaft an die westlichen Kolonialmächte: „Wir weigern uns mit westlichen Instrumenten zu spielen. Wir spielen immer noch mit unseren traditionellen Instrumenten.“ Und schon beweist Bassekou, dass man auch mit einer Ngoni, Westafrikas ältestem Instrument, Blues spielen kann- Beirut tobt! Besonders ein paar Frauen aus Senegal, die für den heutigen Abend ihre schönsten traditionellen westafrikanischen Kleider tragen, können sich nicht länger zurückhalten und laufen vor die Bühne, in eine senegalesische Flagge eingewickelt – und tanzen sich die Füße wund.

Die Band Garana Roots hat heute ihre Weltpremiere und besteht ausschließlich aus Familienmitgliedern Bassekous: Dar wäre der Bruder, der die Percussions spielt, Bassekous Sohn an einem westafrikanischen Bassinstrument, seine Tochter, die mit ihrer Stimme heute Bassekous Frau ersetzt. Und zu guter Letzt ist da noch Bassekous Vater, sicher schon an die 90 Jahre alt, der mit solch einer Intensität singt, dass manch einer im Publikum neidisch wird, wie er ganz ohne Fitnessstudio und Botox so eine Vitalität ausstrahlen kann.

Für ein paar Stunden vergessen wir, dass wir in Beirut sind, wo Menschen mit anderer Hautfarbe oft Diskriminierungen ausgesetzt sind. Die Zuschauer tanzen miteinander und lauschen dem französischen Dialekt Malis. Doch Bassekou Kouyates Mali ist auch ein Land, das in den vergangenen Jahren große Unruhen durchlebt hat. In einem Song erzählt Bassekou, wie das traditionelle Festival du D’esert zur einzigen Bühne in Mali wurde, auf der sie spielen konnten und wie das Festival mehrmals den Veranstaltungsort ändern musste und 2014 sogar im Exil in Berlin stattfand, wegen der Bedrohung durch Rebellengruppen. Die Geschichten aus Mali erinnern an Libanons Nachbarland Syrien. „Wir hatten Leute in unserem Land, wir wussten nicht woher sie kamen. Sie waren plötzlich da. Aber jetzt sind sie zum Glück wieder weg!“ beschwört Bassekou Kouyate und lädt nach Mali ein.

Den Abschluss krönt eine afrikanische Version des kubanischen Songs „Guantanamera“, bei dem die Frauen aus Senegal sich nicht mehr zurückhaltend können und kurzerhand die Bühne stürmen. Während sie noch wild ihre Hüften schwingen, stehlen sich die Musiker schelmisch von der Bühne – nicht ohne ein letztes Augenzwinkern 😉


Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Münster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

 

Above Zero – Spiel um die Macht

Above Zero (c) Mouhamad Khayata, Koon Theatre Group, mit freundlicher Genehmigung

Above Zero (c) Mouhamad Khayata, Koon Theatre Group, mit freundlicher Genehmigung

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

„Der Bär frisst den Wolf, der Wolf frisst die Hyäne, die Hyäne frisst den Hund, der Hund frisst die Katze, die Katze frisst die Maus“.

Erschrockene Menschen kauern unter einem Bettgestell aus Metall. Sie pfeifen, schauen zum Himmel, verfolgen einen Punkt mit ihren Augen und zittern dann. Ein Luftangriff womöglich. Ihre Körper rollen über den Boden, übereinander, gegeneinander. Ein Mann scheint die Kontrolle über sich verloren zu haben. Seine Beine bewegen sich wild in alle Richtungen, und jede Anstrengung sie zu lenken, scheitert. Dann beginnt er, sich am ganzen Körper zu kratzen, lacht plötzlich laut auf und bricht in Tränen aus.

Die Bühne, sie ist ein Gefängnis, eine Folterkammer, deren Opfer langsam durchdrehen.

Ein Mann in Basketballklamotten betritt die Bühne. Er dribbelt seinen Ball auf den Verrückten zu. Bei jedem Aufprall geht ein Zucken durch den leblosen Körper am Boden. Als der Ball dem Spieler entgleitet, nimmt er kurzerhand den Kopf des Gefangenen als Ball. Den Körper zwischen die Beine geklemmt, dribbelt er den Kopf von rechts nach links, von links nach rechts. Der Ball wird zum Machtobjekt und wer ihn hat, hat das Kommando. „Wenn er geschlagen wurde, fiel er, und stand wieder auf“, wiederholt die Gruppe unter dem Bett immer wieder. Gewalt produziert Angst, und Angst produziert Gewalt. Und die Insassen, voller Angst, hängen den Körper ihres Kammeradens auf und lassen ihn schwingen. Nun sind sie es, die die Macht haben. Rhythmisch prallen ihre Basketbälle auf den Boden der Bühne.“Er starb, er starb, er starb“, rufen sie im Takt.

Der Theaterregisseur Ossama Halal ist ein Talent. Er hat Dramaturgie in Damaskus studiert und die Koon Theatre Group ins Leben gerufen, ein Kollektiv an Tänzern und Musikern, die gemeinsam Tanztheater auf hohem Niveau machen. Nach seiner Erfolgsperformance Cellophane von 2012, war sie im vergangenen Jahr mit Above Zero bei dem Festival für Performancekunst aus der MENA Region Dancing on the edge in den Niederlanden zu Gast. Im Rahmen des Festivals Focus Syria, das von der Kultureinrichtung Ettijahat organisiert wird, hat sie nun erneut ihre Performance im Shams-Theater in Beirut gezeigt.

„Wer ist im Exil und wer wurde exiliert? Wer vergisst und wer wurde vergessen?“ Eines der Bettgestelle wird aufrecht aufgestellt. Es wird kurzerhand zu der Gefängnistür, vor der eine Frau wimmert. Leise erklingen Klaviermelodien, mit dumpfem Bass. Eine Stimme fragt: “Habt ihr heute Strom? Wartest du noch immer? Oder siehst du jemand anderen …?“ Die Fragen erinnern an Briefe der Insassen, an ihre Gedanken an Zuhause. Von der anderen Seite kleben zwei Tänzer Papierzettel mit Namen an die Stangen der Tür. Auf einem steht „Syrisches Pfund“- die Währung Syriens. Es erinnert an die Todesanzeigen, die in der Region üblicherweise an Wände und Häuser geklebt werden.

Außerhalb der Halle, vor der Aufführung von Above Zero, treffen ganz unterschiedliche Besucher aufeinander. „Siehst du den Mann da vorne? In dem gelben T-Shirt? Und die Frau daneben?“ fragt mich mein Freund. – „Ja, was ist mit denen?“

„Die sind Schauspieler und man sieht sie in allen syrischen Serien“. Er beugt sich zu mir runter und flüstert verschwörerisch: “Die sind super pro-Regime. Und der Typ, der da sitzt ist Regisseur – auch pro- Assad.“

Es mag paradox erscheinen, Regimegegner und Regimebefürworter bei einem Stück wie Above Zero anzutreffen – doch letztendlich vereint sie etwas so Groteskes, wie es auch das Ende des Stückes selbst auf den Punkt bringt: „Dieser Krieg ist unser Blut, in Angebot und Nachfrage.“

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Münster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

Schwer rumzukriegen

(c) Bente Scheller 2015

(c) Bente Scheller 2015

„Bei meiner Hochzeit hat mich der Sheikh beiseite genommen: ‚Hat dich irgendjemand unter Druck gesetzt, dass du diesen Mann heiratest?‘ hat er gefragt. Ich habe ’nein‘ gesagt. ‚Wirklich nicht?‘ – ‚Nein‘ – ich habe meine Freundin hilfesuchend angeschaut: ‚Was soll ich denn sagen? Wir haben doch zu dieser Hochzeit eingeladen.‘ Sie hat gesagt: ‚Du darfst nicht so direkt ’nein‘ sagen … Du must dich zieren, du must so tun, als seist du schwer rumzukriegen.‘ – Ich habe ihr einen Vogel gezeigt: ‚Ich spiel doch nicht bei meiner eigenen Hochzeit ’schwer rumzukriegen‘ mit dem Sheikh!'“ – „Das kommt aus den ländlichen Gegenden“, sagt eine Kollegin, „es geht darum, den Brautpreis hochzutreiben.“

„Wieviel ist denn zum Beispiel für einen Sheikh dabei drin?“ frage ich. „Kommt ganz drauf an, wie bekannt er ist, viertausend, fünftausend Dollar sind nicht unüblich.“ – „Für eine einzige Hochzeit?“ fragt eine aus der Runde, „da werde ich Sheikh!“ – „Sheikha“, korrigiert die erste.

Alle Familienfeiern haben ökonomisches Potential. „Als mein Onkel gestorben ist, hatten wir einen Sheikh. Damals haben wir ihm ein paar hundert Dollar gegeben. Als ein paar Jahre später ein anderer Onkel gestorben ist, wollten wir ihn wieder dafür gewinnen. Wir wollten ihn gerne, weil er eine so angenehme Stimme hat. Wisst ihr, was er für die drei Tage haben wollte? 10.000 Dollar! Mittlerweile war er berühmt geworden.“

„Bei Taufen ist es genau das gleiche, man muss den Priester bezahlen, die Kirche mieten …“ In einem sind sich alle einig: dass es im Libanon keine Zivilehe gibt, ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass religiöse Autoritäten dann nicht mehr daran verdienen könnten. Angesichts der Summen, um die es geht, ist nachvollziehbar, dass auch der Vorschlag vor ein paar Jahren, 300 Dollar an die Vertreter der Konfession des Bräutigams zu zahlen, nicht auf offene Ohren stieß.

Geschichten aus 1800 und einem Tag

1800 Colorful Centimenters

1800 Colorful Centimenters

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

Im Krieg verändert sich alles. Fünf Jahre, 1800 Tage lang, herrscht in Syrien nun der Bürgerkrieg. In diesen 1800 Tagen hat Syrien viel Farbe verloren, es ist verbleicht, ausgeblasst. Die syrischen Künstler Johnny Semaan und Kaed Haidar verleihen diesen Tagen nun wieder Farbe. Denn in dieser Zeit wurde in Syrien auch weitergelebt. Mit Acrylfarbe, Öl, Tusche und Pastell rekolorieren sie die schönen, kleinen Dinge im Leben der Menschen in Syrien und erzählen Geschichten von zwischenmenschlichen Beziehungen, tanzenden Derwishen, Fischermännern und Träumern.

1800 hochkantDiese Idee gefiel auch der Galeristin Nelsy Massoud, die sofort Feuer und Flamme für das Projekt der beiden Künstler war und kurzerhand ihre Galerie in Beirut zur Verfügung stellte. Bei einem Besuch der Ausstellung „Colorful centimeters- 1800 days“, die am fünften Jahrestag der syrischen Aufstände eröffnet wurde, trifft man mit etwas Glück den jungen Künstler Johnny Semaan an, der an der Kunsthochschule in Damaskus  sein künstlerisches Talent entwickeln konnte. Bei einem Kaffee im wunderschönen Garten der Galerie erzählt er dann von seiner Arbeit und seiner Freundschaft zu Kaed, mit dem er in seiner Geburtsstadt Latakia zusammen Kunst unterrichtet hat. Während Kaed weiterhin in Latakia lebt und arbeitet, wohnt der 30-Jährige Johnny mittlerweile in Beirut und träumt von weiteren Ausstellungen, auch in Deutschland.

Die 1800 intensiven, nachdenklichen, verwirrenden, mal witzigen und mal traurigen Skizzen und Zeichnungen sind noch bis zum 10. April in der Galerie 392Rmeil393 in Gemayzeh in Beirut zu bewundern.

1800 Colorful Centimenters

1800 Colorful Centimenters

Doch man sollte sich ranhalten, denn es gehört zur Ästhetik der Ausstellung, dass die kleinen, rund 10 x 15cm großen Bilder ihren Platz oder gar ihren Besitzer wechseln, von den Wänden verschwinden, um in privaten Zimmern wieder aufzutauchen. Um diese Form der Lebendigkeit der Ausstellung zu garantieren, sind die Bilder erschwinglich und man findet somit das ein oder andere Kunstwerk zum Mitnehmen.

Doch auch die, die es lieber groß mögen, kommen bei Johnny Semaan nicht zu kurz. Die Galeristin Nelsy Massoud ist so begeistert, dass sie gleich eine weitere Ausstellung mit dem Künstler im August geplant hat. Dann zeigt Johnny einige seiner großformatigen, Drei-Meter-Kunstwerke. Und wer weiß, vielleicht geht Johnnys Traum schon bald in Erfüllung, und wir werden sein Talent irgendwo in einer Galerie in Berlin bestaunen können.

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Münster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

„Tu es nicht“ – Kinderehen im Libanon

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Ein Mann gesetzten Alters steht an der belebten Uferpromenade in Beirut, neben ihm ganz in weiß und mit Brautstrauß seine Angetraute. Die beiden sind beim Fotoshooting ihrer Hochzeit. Eine ganz normale Szene, die sich hier im Sonnenschein und unter Palmen abspielt – wäre da nicht das Alter der Braut, die noch ein Kind ist. Die libanesischen Gesetze erlauben es. 12 ist das Mindesalter für eine Eheschließung.

Kinder, die verheiratet werden sind ein trauriges Thema, das mit der Flüchtlingskrise erst Aufmerksamkeit erhalten hat. Über eine Million syrischer Flüchtlinge befinden sich im Libanon, darunter viele Familien, in der die Mütter alleine für die Kinder sorgen müssen. Die Ehemänner und Väter: im Krieg, in Gefangenschaft, auf dem Weg nach Europa, um eine bessere Zukunft zu suchen; im Libanon und zu beschämt darüber, dass sie nicht mehr der Ernährer der Familie sein können – oder überzeugt, dass sie sich alleine besser durchschlagen können.

Das hat verheerende Auswirkungen für die Frauen, die auf sich selbst gestellt sind. Sie haben wenig Wahl, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und die Kinder durchbringen sollen. Ausbeutung und Prostitution („Survival Sex“) sind die Folge – und dass Mädchen bereits als Kinder und Teenager verheiratet werden, damit die Mütter die Verantwortung für sie abgeben können, wie bei einer der Protagonistinnen von Carol Mansours Dokumentarfilm „Not Who We Are.“

Doch Kinderehen sind beileibe nicht nur ein Phänomen unter Flüchtlingen. Es gibt sie auch im Libanon, in dem ein Viertel der Bevölkerung bereits vor 2011 unter der Armutsgrenze gelebt hat. Genau dieser Bevölkerungsanteil ist durch die ökonomischen Auswirkungen der zahlreichen Flüchtlinge noch tiefer in die Armut gedrängt worden.

Die oben beschriebene Szene stammt aus einer Performance, mit der die libanesische Frauenrechtsorganisation KAFA Kinderehen bekämpfen will: der ältere Herr, das Mädchen, der Fotograf: alles Schauspieler, die die Reaktion der Passantinnen und Passanten auf die Probe stellen. Obschon legal, sind sie gesellschaftlich, wie hier zu sehen ist, höchst umstritten. Viele schauen sich das an, gehen vorüber, aber einige mischen sich ein. „Und, gefällt es dir, das zu filmen?“ fragt einer den Fotografen, „Und dir, bist du zufrieden?“ richtet er sich an den Bräutigam. „Misch dich nicht in meine Angelegenheiten, ich habe die Erlaubnis ihrer Eltern“, erwidert diser. „Ein Wort noch, und ich werfe dich ins Meer,“ herrscht ihn ein anderer an.

Ein Mann tritt von hinten an die „Braut“ heran, es ist nicht zu hören, was er sagt, aber er gestikuliert eindeutig: ‚Tu es nicht, tu es nicht!‘

„Wo ist Deine Mutter?“ fragt eine Passantin. Die Schauspieler wiegeln ab: „Ich habe das Einverständnis ihrer Eltern. Das geht dich nichts an.“ – „Das ist sehr wohl meine Angelegenheit“, insistiert die Passantin, „ich war hier joggen, aber als ich das gesehen habe, sind meine Füße zu Eis geworden! Ich nehme sie jetzt mit! Das könnte meine Tochter sein.“

Bunte Kunst in einer Grauzone

Ein Gastbeitrag von Lena Herzog

(c) Lena Herzog 2015

(c) Lena Herzog 2015

 „Graffiti befindet sich im Libanon in einer rechtlichen Grauzone“, sagt Pierre. Er ist Franzose und bereits seit einiger Zeit als Graffitikünstler in Beirut aktiv. Heute gibt er einer bunt gemischten Gruppe von Libanesen und Ausländern aller Altersstufen eine Führung durch die Viertel Mar Mikhael und Gemmayze. Er will uns zeigen, welch tolle Kunstwerke in der Stadt in letzter Zeit entstanden sind.  Werke, denen man im Alltag meist gar keine Beachtung schenkt oder die sich in Seitenstraßen verstecken. Die Sprayer arbeiten oft tagsüber, denn im Gesetz sind nur ausdrücklich religiöse oder politische Botschaften an den Wänden verboten. Von Kunst ist keine Rede. Daher würde die Polizei die Künstler auch in Ruhe lassen, meint Pierre.

(c) Lena Herzog 2015

(c) Lena Herzog 2015

Anders als in Europa findet er die Graffiti-Szene in Beirut sehr respektvoll – in vielerlei Hinsicht. Zum einen würde man sich nicht in Gangs zusammen rotten und sich gegenseitig bekämpfen, zum Beispiel durch Übersprühen anderer Graffitis. In Beirut bestehe in der Regel ein freundschaftliches Verhältnis zwischen den Künstlern und Sprayer, die  aus aller Welt kommen, um sich an den Wänden der Stadt zu verewigen. Zum anderen würden die Sprayer renovierte, historische oder religiöse Gebäude respektieren. Es gebe ja auch reichlich Platz an grauen

Betonwänden oder Häuserruinen aus Kriegszeiten, daher seien weder Wettbewerb noch Platzmangel ein Problem. Aber ist Graffiti in Beirut denn überhaupt von den Bewohnern der Stadt akzeptiert? Natürlich würde es Leute geben, die sich beschweren, meint Pierre.

(c) Lena Herzog 2015

(c) Lena Herzog 2015

(c) Lena Herzog 2015

(c) Lena Herzog 2015

Aber der Großteil der Bewohner freue sich, dass etwas Farbe in ihr Viertel kommt und immer wieder komme es auch vor, dass die Künstler während ihrer Arbeit an einem Werk angesprochen und gelobt werden. Manchmal würden sie auch direkt gebeten, die eine oder andere Wand zu verschönern. Wenn man die Augen aufhält, kann man überall in Beirut Graffiti entdecken: Schriftzüge, Comicfiguren, lebensechte Gesichter und natürlich dürfen auch Porträts der beliebten Sängerin Fairuz nicht fehlen.

„Das einzige was schade ist“, sagt Pierre, „ist, dass es im Libanon keinen Zugverkehr mehr gibt. Es ist schon cool, wenn man zum Beispiel von Frankreich aus Botschaften auf Zügen an Sprayer in andere europäische Städte schicken kann.“

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Lena Herzog

Lena Herzog

Lena Herzog studiert an der Universität Osnabrück „Demokratisches Regieren und Zivilgesellschaft“. Von November 2015 bis Januar 2016 überwinterte sie in Beirut als Praktikantin der Heinrich Böll Stiftung. Für ihr Forschungsprojekt traf sie viele Aktivisten, die gegen den Müll auf Beiruts Straßen und gegen die libanesische Regierung protestieren.

Syriens Zukunft träumt von einer besseren Gegenwart

YouTube Preview ImageÖffentlicher Raum und Spielplätze sind in Beirut rar. Deswegen gehe ich jeden Nachmittag auf den Hof der Kirche nebenan – einer der wenigen Orte, an denen man mit Kindern Ballspielen oder Rollerfahren kann. Dort treffen wir regelmäßig vier syrische Geschwister, die aus dem südsyrischen Daraa nach Beirut gekommen sind. Sie haben hier keine Freunde.

Die älteste Schwester, Lama, selbst gerade 12, muss auf die jüngeren Geschwister, 1, 3 und 7 Jahre alt, aufpassen. Seit zwei Jahren sind sie hier, seit zwei Jahren gehen sie nicht mehr zur Schule, weil ihre Eltern sich die hohen Schulgebühren nicht leisten können. „Was war dein Lieblingsfach in der Schule?“ frage ich Lama. Sie bekommt feuchte Augen und haucht: „Ich habe ALLES geliebt. ALLES in der Schule.“

Wie ihnen geht es vielen. Einige Organisationen betreiben syrische Schulen im Libanon, mit einem syrischen Lehrplan, bei dem der Unterschied im wesentlichen darin liegt, dass alle Fächer außer Sprachunterricht auf Arabisch gelehrt werden – anders als im Libanon, in dem unter anderem Naturwissenschaften immer entweder französisch oder englisch sind.

Manche libanesische Schulen haben eine „zweite Schicht“ am Nachmittag für syrische Kinder eingerichtet. Aber die allermeisten syrischen Kinder fallen wegen der Gebühren aus dem Bildungssystem heraus. Viele müssen sich in der Landwirtschaft verdingen. „Wir haben den Platz für ein Zelt gemietet“, sagt eine syrische Mutter in der Bekaa-Ebene. „Aber wie sollen wir das bezahlen?  Es kostet 100 Dollar im Monat – nur dafür, dass wir uns hier eine Notunterkunft bauen können. ‚Wenn ihr es euch nicht leisten könnt, könnt ihr mit euren Kindern auf den umliegenden Feldern arbeiten‘, haben sie uns gesagt. Was sollen wir anderes machen?“

In der Stadt sieht man viele Kinder, die Schuhe putzen, Kaugummis, Blumen oder Taschentücher verkaufen. Die Organisation Bidayyat for Audiovisual Arts hat nun einen künstlerischen Film veröffentlicht, der auf ihre Situation aufmerksam macht. Yaman, ein junger Erfinder, träumt darin von einer besseren Gegenwart.

Von der Unschuld des Radfahrens

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Yusef al-Ahmad: yusefalahmad.com / und Instagram : @yusefalahmad ( https://www.instagram.com/yusefalahmad/)

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Yusef al-Ahmad: yusefalahmad.com / und Instagram : @yusefalahmad ( https://www.instagram.com/yusefalahmad/)

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

„Ich bin mit 5 Jahren das letzte Mal Rad gefahren“, erzählt mir eine Freundin aus Beirut. Hier ist es besonders der starke Verkehr, der es kaum möglich macht zu radeln, und meine Freundin von der einen oder anderen Tour abhält. Dicht an dicht drängeln sich Autos, hupen wie wild, Taxifahrer schimpfen. Bürgersteige gibt es oft nicht, und Verkehrsregeln sind Auslegungssache. Rechts, links, wieder rechts. Dennoch gibt es in Beirut ein paar Verrückte.  Die Fahrradkuriere von Deghri Bike Messenger zum Beispiel, die mit ihrem Zweirad durch die Autoschlangen brettern, um ihre Sendungen in Rekordzeit auszuliefern.

Für arabische Frauen gibt es jedoch oft einen ganz anderen  Grund, nicht Rad zufahren, als Verkehr. Oder anders gesagt, einen anderen Verkehr, der Vorfahrt hat. Männliche Freunde aus Syrien erzählen von den mir skurril anmutenden Entjungferungen durch Fahrräder, weswegen Frauen in manchen Teilen Syriens lieber keine Räder bestiegen. Zwar wollen sich meine Freunde eher emanzipiert geben, aber „passieren kann es theoretisch ja schon, oder?“

Wie diese Gerüchte entstehen und sich selbst bestätigen wird mir dann auch klar. Es folgt die Geschichte einer Freundin aus Damaskus, die im zarten Alter von 16 ihre Jungfräulichkeit verlor. Eingriffe zur Wiederherstellung des Jungfernhäutchens sind in Syrien allerdings nur mit der Einwilligung der Eltern möglich. Aus Angst vor ihren konservativen Eltern und den möglichen Folgen behauptete sie daher weinend, heimlich Rad gefahren zu sein.

Das Fahrrad – benutzt zur Unterdrückung der Frau, dient es ihnen selbst auch als Mittel der Befreiung und Selbstbestimmung. Nicht nur in Rafik Schamis neustem Roman „Sophia“ offenbart die in die Jahre gekommene Aida ihrer großen Liebe Karim gleich zu Anfang ihren sehnlichsten Traum: einmal vor den gaffenden Augen und tratschenden Mäulern der Frauen in ihrer Damaszener Nachbarschaft auf und ab zu radeln.

Diesen Traum erfüllte sich auch die Freundin einer Bekannten. Mit Kopftuch und langer Kleidung fuhr sie regelmäßig in ihrer syrischen Heimatsstadt Damaskus Fahrrad. Als sie von einem Polizisten wegen „sittenwidrigen Verhaltens“ ermahnt wurde, fauchte sie ihn nur an: „Zeig mir, wo das Fahrrad im Koran steht!“ und fuhr weiter.

Frech und mutig ist auch die Hauptfigur in Haifaa Al Mansour‘s Saudi-Arabischem Spielfilm „Das Mädchen Wadjda.“ Auch für sie ist das Fahrradfahren ein emanzipatorischer Schritt, eine Revolution. Wadjda‘s größter Wunsch ist es, einmal gegen den Nachbarsjungen Abdullah ein Wettrennen zu fahren. Als dieser anmerkt, dass sie das als Mädchen gar nicht dürfe, erwidert Wadjda nur: „Umso peinlicher für dich, wenn du verlierst!“

Kurz nach der Veröffentlichung des Films im Jahr 2013 wurde das Radfahren in Saudi Arabien für Frauen erlaubt – aber nur, wenn sie in Begleitung eines Mannes im Park im Kreis rumeiern und nun ja nicht, um irgendwo anzukommen. Diese saudische Lesart steht im Kontrast zu den Interpretationen anderer Religionsgelehrter, die, in Anlehnung an kamelreitende Frauen zu Zeiten des Propheten Mohameds argumentieren, dass man ausdrücklich nicht zum Vergnügen Fahrrad fahren dürfe, sondern lediglich, um in den Jihad zu radeln oder einer vergleichbar wichtigen göttlichen oder weltlichen Aufgabe nachzukommen. In Saudi-Arabien bleibt Fahrradfahren als Fortbewegungsmittel jedoch ganz klar Männersache.

Irgendwo, zwischen Jungfernhaut und Selbstbestimmung, Sitte, Tradition und Emanzipierung bahnen sich einige arabische Frauen dennoch ihren Weg.

Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Muenster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.