Schlagwort-Archive: Russland

Nominiert: Syrische Kandidaten für die Goldene Himbeere!

Das syrische Staatsfernsehen gibt auch weniger talentierten Schauspielern eine Chance.

Das syrische Staatsfernsehen gibt auch weniger talentierten Schauspielern eine Chance.

„Sagen Sie, wie viele Unterstützter hat denn Assad eigentlich noch?“ werde ich oft bei Vorträgen gefragt. Die Frage ist meist rhetorisch gemeint und dient den Fragenden, um ihre eigenen Theorien oder Verschwörungstheorien über die Entwicklungen in Syrien zum Besten zu geben. Oft hängen sie dem vorrevolutionären Syrien nach, allerdings einer romantisierten Version, bei der sie – aus Unkenntnis, Ignoranz oder bewusst – ausblenden, dass es auch damals schon ein Unrechtsstaat war, in dem willkürliche Verhaftungen, Folter, Unterdrückung und Diskriminierung an der Tagesordnung waren.

Die schlimmste Begegnung war die mit einer selbsterklärten Pazifistin in Berlin, die darauf beharrte, Assad sei doch gar nicht so schlecht. Sie stellte die Zehntausenden Foltertoten der letzten Jahre, im heute veröffentlichten Bericht von Amnesty International auf 18.000 geschätzt, nicht in Frage, sondern sah sich durch diese bestätigt: Irgendjemand „müsse das ja schließlich machen“, viele Opfer hieße auch viele Folterknechte, ergo: so unpopulär sei das Regime gar nicht.

Was soll ich sagen? „Auch, wenn es in Deutschland sogar bis heute Neonazis gibt, bin ich froh, dass das Hitler-Regime 1945 gestürzt wurde“? Oder: „Unter den Kriegsgewinnlern sind seine Anhänger sogar immer zahlreicher geworden“? Jeder Despot hat eine Gefolgschaft. Es gibt auch diejenigen, die keine glühenden Anhänger sind, aber keinen anderen Ausweg sehen, weil sie vor den Rebellen oder Daesh mehr Angst haben; es gibt die, denen jahrelang eingeredet worden ist „die anderen“ seien lediglich darauf aus, sie zu töten. Aber das kann kein Argument sein, dem Massenmord und der Vertreibung von Millionen zuzusehen, oder schlimmer noch: diese zu verteidigen. Angesichts der beleidigten und beleidigenden Ausdrücke, die in dieser Diskussion auftauchen, habe ich manchmal den Eindruck, Assad habe unter den Linken und den Rechten in Europa vielleicht sogar mehr Anhänger als im eigenen Lande.

Da es selbst wenn man nur den offiziellen Verlautbarungen des Regimes folgt, schwierig geworden ist, etwas Positives an seinem Vorgehen zu finden, waren im Zuge der Belagerung Ost-Aleppos die „Fluchtkorridore“ ein großes Thema. Das Regime und seine Verbündeten behaupteten, mittels dieser Zivilisten und Rebellen freies Geleit aus der belagerten Stadthälfte zu gewähren. Tatsächlich erhielten die Bewohner an keiner Stelle die Möglichkeit, die Stadt zu verlassen. Die Korridore und mithin die Flüchtenden gab es lediglich im syrischen und russischen Fernsehen.

Unkritisch übernahmen deutsche Fernsehsendern die Bilder und verbreiteten den Mythos der Fluchtmöglichkeiten, während Nutzer sozialer Medien bei der fadenscheinigen Inszenierung längst genauer hingesehen hatten: Ein Mann, der in einem russischen Video lediglich herumsteht und ganz offensichtlich weder Flüchtling noch Aufständischer ist, tritt im syrischen Fernsehen als „Rebell“ auf, der sich unterwürfigst ergibt und sich freut, dass er nicht nur seine Waffen niederlegen und „in den Schoß der syrischen Nation“ zurückkehren dürfe, sondern auch gleich Teil der Armee werden.

Den würde ich als ganz heißen Kandidaten für die Goldene Himbeere nominieren. Gleich danach vielleicht die „Gefangenen“, die in einem Video mitspielen, das das Regime im Mai 2016 veröffentlichte, als es die Kontrolle über das Gefängnis in Hama  nach einem Gefangenenaufstand wiedererlangt hatte. Während angebliche Gefängnisinsassen, so wohlgenährt und sauber, wie man sie von anderen Bildern aus syrischen Haftanstalten nicht kennt, im Hof Assad lobpreisen, hört man im Hintergrund die echten Gefangenen „Freiheit, Freiheit, Bashar raus“ skandieren, so laut, dass der Moderator die Bande im Hof noch mal auffordert, lauter zu brüllen, um die Sprechchöre der echten Gefangenen zu übertönen. Auf den dritten Platz könnte es vielleicht „Syriens empörtester Passant“ schaffen, der „zufällig“ immer wieder Zeuge von Anschlägen wurde und auch in verschiedenen anderen Rollen, mal in Uniform, mal in zivil auftauchte.

Wenn mich das nächste Mal jemand fragt, wie viele Anhänger Assad noch hat, werde ich einfach auf das Video verweisen: offensichtlich nicht mal genug, um zwei kurze Fernsehclips mit unterschiedlichen Statisten zu besetzen.

Lacht kaputt, was euch kaputt macht

Screen shot 2016-05-13 at 21.28.05Es scheint, als hätte Putin jetzt auch Harry Potter gelesen und analog zu der dort im 4. Stock des Zauberei-Ministeriums beheimateten „Abteilung zur Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe“ in der russischen Botschaft in London eine „Abteilung zur Instrumentalisierung fiktiver Apparaturen und Kreaturen“ geschaffen. Fantasievoll bebildert die Botschaft ihre Tweets zu echten oder behaupteten politischen Ereignissen mit Bildern aus Zombie-Filmen und Videospielen. Am 12. Mai dekorierte die Londoner Vertretung Moskaus ihren Tweet über angebliche Lieferungen von Chemiewaffen an Rebellen nahe Aleppo mit einem Bild, das drei LKWs aus dem Videospiel: „Command and Conquer“, zeigt.

Dass ist besonders hübsch, weil das russische Außenministerium zu anderen Gelegenheiten behauptete, Satellitenbilder von seinen Aktivitäten in der Ukraine seien einem Videospiel entnommen.

Für Scharen von Twitterern war das ein gefundenes Fressen. „Und hier die Extremisten!“ schrieb einer von ihnen und fügte das Bild einer fusselbärtigen Legomännchen-Armee mit einem Lego-Huhn an. „Oh je, wen haben sie nur gefunden, um mutig genug zu sein, diese Bilder hinter den Frontlinien aufzunehmen?“ fragt ein anderer, der eine Bild aus einem Commodore-64-verdächtigen Computerspiel postet, auf dem eckigen Gestalten Pfeile auf ihre Gegner abschießen

Screen shot 2016-05-13 at 21.16.34Selbst Twittererin „Partisangirl“, die sonst weder Zeit noch Mühe scheut, absurde Verschwörungstheorien des Regimes ein paar Windungen weiterzudrehen, fiel dazu nur die lahme Bemerkung ein, auf dem Bild stehe, dass es lediglich „zur Bebilderung“ diene, auf Gutdeutsch also einer Art Serviervorschlag gleichkomme.

Als ob es nicht genügend Bilder aus Syrien und dem Irak gäbe verbreiten sich fiktive Bilder zur Illustration des Unfassbaren oft wie ein Lauffeuer, im Gutgemeinten wie im Schlechten. Die iranische Künstlerin Bharesh Bisheh reagierte erstaunt darauf, dass sich ihr Foto von einem Mädchen, das sich auf dem Asphalt innerhalb mit Kreide gezeichneten Frauenfigur zusammengerollt hat, plötzlich selbständig machte. Die Legende, die dem Bild zum Erfolg verhalf: „Herzzerreißendes Foto einer irakischen Künstlerin aus einem Waisenhaus. Das Mädchen hat seine Mutter nie gesehen, daher hat es eine Mutter gemalt und sich zum Schlafen bei ihr eingekuschelt.“ Das Bild ging um die Welt, auch wenn die Zeichnung offensichtlich nicht von einem Kind stammt und die ganze Szene nicht recht schlüssig erscheint. Bharesh Bisheh schrieb daraufhin einen Hinweis auf Flickr: „Dieses Mädchen ist meine Cousine, die auf dem Asphalt vor meinem Haus eingeschlafen war. Sie muss ein Weilchen gespielt haben und sich dann hingelegt haben und eingeschlafen sein. Ich habe mich auf einen Stuhl gestellt, um dieses Bild zu machen. Das hat nichts mit einem Waisenhaus zu tun, und es steht keine tragische Geschichte dahinter. Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen, um kreativ zu arbeiten. Es ist ein Fotografie-Stil. Ihr könnt mein Bild benutzen, wenn ihr auf mich als Fotografin verweist. Danke für euer Verständnis.“

Ähnlich erging es Abdel Aziz al-Atibi, der künstlerisch seinen kleinen Neffen in eine rote Decke gehüllt zwischen zwei Steinhaufen liegend fotografierte – ein Bild, das mit der Überschrift „Syrischer Junge liegt zwischen den Gräbern seiner Eltern“ bekannt wurde. Atibi bemühte sich um eine Richtigstellung, stellte weitere, diesmal fröhliche Bilder des kleinen Jungen ins Netz.

Weniger harmlos sind Bilder aus Spiel- oder Horrorfilmen, die als Bilder realer Barbareien präsentiert werden. CNN verbreitete ein Bild, das als „Steinigung eines Mädchens in Syrien durch ISIS, weil es auf Facebook war“ verkauft wurde – zwar mit der Einschränkung „angeblich“, was der Verbreitung aber keinen Abbruch tat. Das Bild entstammt einem dem  amerikanischen Film „Die Steinigung der Soraya M.“, der im Iran spielen soll. Auch „Frauen in Käfigen auf einem Pick-Up „, die laut Beschreibung auf dem Weg zu einem „Sklaven-Markt von ISIS“ seien, bekam gehörigen Auftrieb. Das Original: eine Performance von einer ägyptischen Demonstration. Ebenso werden online gerne Bilder von schwarz verhüllten Frauen, die aneinandergekettet sind, als Illustrationen der sexuellen Sklaverei von ISIS geteilt – Bilder, die den schiitischen Ashura-Prozessionen entstammen, bei denen sich die Betreffenden im Gedenken an das Martyrium Husseins als seine vor 1300 Jahren in Ketten gelegten Schwestern inszenieren. Nicht zu vergessen auch das Bild einer „Christin die von ISIS mit einem Pfahl“ im Bett getötet worden sei – in Wirklichkeit entnommen einem westlichen Horrorfilm.

Ich habe in den letzten Jahren Hunderte von Aufnahmen der Grausamkeiten in Syrien angeschaut, profesionell gefilmtes oder mit verwackelten Handykameras dokumentiertes Foltern und Morden. Ob ISIS‘ Schergen oder die des Regimes: Sie dokumentieren sich gerne bei ihren unvorstellbaren Taten. Die einen, um einzuschüchtern, die anderen, weil sie sich in Sicherheit vor der Strafverfolgung wähnen. Dritte, wie der unter dem Pseudonym Cesar bekannt gewordene Fotograf, waren angestellt vom syrischen Regime, um als Buchhalter des Grauens zu dokumentierten, dass die Geheimdienste ihr tägliches Soll todbringender Taten erfüllen. Diese Dokumente der absoluten Abgründe der Menschlichkeit sind Mahnmale der Schande für die Täter und all diejenigen, die sie haben gewähren lassen.

Umso wichtiger, den lächerlichen Manipulationen  der russischen Botschaft in London gewitzt zu begegnen, um ihr albernes, aber gefährliches Spiel mit den Bildern offenzulegen. Statt auf die täglichen Kriegsverbrechen hinzuweisen, befördert dies den Konflikt und die bequeme westliche Wahrnehmung, man „könne es nicht so genau wissen.“ Angesichts dessen, dass jetzt schon Videospielaufnahmen bemüht werden, fehlt nur noch, dass alsbald die Personalausweise von Harry Potters schaurigem Gegenspieler Lord Voldemort oder dem Inbegriff des Grauens aus „Herr der Ringe“, Sauron, als „Ausweispapiere getöteter syrischer Rebellen“ präsentiert werden.

#Russia_kills_the_rest_of_us

Protest vor der russischen Botschaft in Beirut (c) Alisha Molter

Protest vor der russischen Botschaft in Beirut (c) Alisha Molter

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

„Nimm sie lieber nicht mit“, bittet mein Freund unseren Mitbewohner. Ich gehe trotzdem hin.

Es ist Dienstagabend in Beirut, die Sonne verschwindet langsam hinter den Häusern. Nach der Arbeit eile ich nach Hause, schnappe mir meinen syrischen Mitbewohner und mache mich auf den Weg zur russischen Botschaft. Dort soll heute eine Demo gegen die am 30. September begonnene russische Militärintervention in Syrien stattfinden.

Unter dem Hashtag #Russia_kills_the_rest_of_us haben verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen und Unterstützer der syrischen Revolution zu einem Protest vor der russischen Vertretung aufgerufen. In der Ankündigung steht “everyone has the same boring excuse: fighting terrorism.“ Das sehe ich ähnlich. Und mache mich auf den Weg.

Die Botschaft liegt in Mar Elias, nicht weit von unserer Wohnung. Wir laufen. Auf dem Weg frage ich mich, wie viele wohl kommen werden, um mit uns zu demonstrieren. Im Libanon leben mittlerweile rund 2 Millionen Syrer, viele von ihnen sind Gegner des Assadregimes. Auf der Facebookseite des Events haben rund 330 Menschen zugesagt, fast 60 haben mit „vielleicht“ auf die Einladung geantwortet.

Doch die Realität ist ernüchternd. Auf dem Bürgersteig vor der Botschaft stehen knapp 20 Menschen mit Transparenten. Der Anblick ist fast surreal. Es ist kaum Platz auf dem schmalen Bürgersteig vor der Botschaft, die gleich an einer vierspurigen und vielbefahrenen Straße liegt. Mehr Demonstranten würden gar nicht hinpassen.

Die Menschen stehen in zwei Reihen hinter einer langen grün-weiß-schwarzen Flagge- den Farben der Nation vor der Machtergreifung der Baathpartei und dem Symbol der Revolution von 2011. Zunächst zögere ich, dann gesellen wir uns zu der kleinen Gruppe. Auffällig viele der Demonstranten sind weiblich. Neben mir steht eine zierliche junge Frau, mit weiß-rosafarbenen Kopftuch und buntem T-shirt. Ihr Gesicht ist freundlich, sie lächelt mich an. Wir kommen ins Gespräch.

„Was denkst du, wieso sind nicht mehr Syrer hier?“ frage ich meine Nachbarin. „Die Menschen haben Angst“, antwortet sie. „Viele haben noch Familie in Syrien und sie wollen sich nicht öffentlich äußern, weil sie befürchten, dass ihre Familien bedroht werden könnten.“ Ich verstehe sie. Denn selbst ich als Europaerin habe ein mulmiges Gefühl, wenn sich die Fernsehkameras auf mich richten, und die Fotoapparate klicken. Ich fühle mich wie bei einem Shooting für ein Klassenfoto- oder besser wie ein Fußballteam nach einem Spiel. Die Reihe wird abgeblitzt und abgefilmt – oder man kriegt gleich ein Mikrofon vor die Nase gehalten.

Eine Frau, ebenfalls in meinem Alter, schaltet sich ein und bestätigt meine Bedenken: „Die haben ihre Spitzel hier und merken sich wer da ist.“ Mit ‚die‘ meint sie das Regime in Damaskus und seine Verbündeten, wie etwa die libanesische Hisbollah, die das Assadregime aktiv mit Kämpfern und Waffen unterstützt. Ihre Leute sitzen auch in offiziellen Staatsorganen wie etwa der Polizei, die uns hier vor der Botschaft gerade schützt – oder umlagert?

In jedem Fall sind weitaus mehr Polizisten anwesend als Demonstranten. Ich gucke sie mir genauer an, die Sicherheitskräfte, die Kameramänner, und jene die einfach nur „gucken kommen“. Von weitem. Ein Polizeibeamter macht Fotos mit dem Handy. Aus Sensationslust oder doch mit einem anderen Anliegen? Die junge Aktivistin neben mir drückt mir ein Plakat in die Hand: „Tschetschenien, Georgien, Ukraine, Syrien – Russlands Verbrechen hören nicht auf“, steht da auf Englisch, Arabisch und Russisch. Ich halte es vor mich, wie ein Schutzschild gegen die Kameras. Dann rückt sie ihr blaues Kopftuch zurecht, setzt ihre coole Sonnenbrille auf und geht unerschrocken nach vorne, in die erste Reihe.

„We want to leave, Putin must leave“, ruft ein junger bärtiger Mann vor mir immer wieder durch ein Mikrofon. „Du musst ihm erklären, dass es ‚we want to live‘ heißt“, sage ich meinem Mitbewohner. Mit der syrischen Flagge vor Nase und Mund gebunden, könnte er optisch in Konkurrenz zu einem Western-Helden treten. Er leitet es an den Bärtigen weiter. „Kannst du es sagen?“ fragt mich der Typ mit dem Bart und dem Mikro verunsichert. Ich schüttele den Kopf. Das geht nun wirklich nicht, finde ich. „Das musst du machen, von mir wirkt das komisch. Es ist doch dein Land.“ Dann ergreift die Frau mit dem weiß-rosafarbenen Kopftuch das Mikro. Auf Arabisch ruft sie: „Kein Assad, kein Daesh, wir wollen Freiheit“. Der Sprechchor antwortet ihr dröhnend und wütend.

Die meisten hier haben Angehörige verloren. Einige davon sind in Assads Gefängnissen ermordet worden. So auch der Ehemann einer Bekannten, oder der Vater des jungen Mannes mit dem Bart. „Vielen Dank, dass du gekommen bist“, sagt er immer wieder. Ich bin die einzige Europaerin hier. Alle anderen sind Exilanten. Sie mussten ihre Heimat verlassen. Es eint sie die Wut gegen das Regime – und das Heimweh. Als sie alle zusammen die Revolutionsversion von „Sourriya ya habibati“ (Syrien, meine Geliebte) anstimmen, spüre ich die Traurigkeit in den Worten und der Stimme meines Mitbewohners.

Nach einer Stunde löst sich die Veranstaltung auf, aber das mulmige Gefühl bleibt. Einige Kinder falten DinA4 Transparente zu Papierfliegern und lassen sie über den Stacheldrahtzaun der Botschaft fliegen. Wir werden von Sicherheitskräften zum Auto begleitet.

Neben uns betritt ein Hisbollah-Anhänger einen Kiosk, das Gewehr geschultert. Sein grünes Halstuch, in der Symbolfarbe der Schiiten, weht im Wind. Mir ist das alles nicht ganz geheuer. Tief in mir merke ich, dass es das Letzte ist, was wir tun sollten und dennoch drehe ich mich zu meinem Mitbewohner und frage: „Sollen wir rennen?“

___

Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Muenster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.