Ein Gegenatlas für Syrien

Jahrhunderte lang haben Kartographen viele Mühen darauf verwandt, die Welt zu vermessen. Seit die technischen Entwicklungen ermöglichen, überall auf der Welt die entferntesten Winkel als Kartenansicht, Satellitenbild oder sogar Foto im Detail in Augenschein zu nehmen, scheint sich insbesondere für Konfliktgegenden ein gegenläufiger Trend zu etablieren: der politische Gegen-Atlas. Man weiß nicht, wohin es mit Syrien führen soll, und wie es enden wird. Es ist auch schwierig, sich in dem vielschichtigen Konflikt zurechtzufinden. Um die Diskussion zu vereinfachen, ist ein beliebtes Mittel, Syrien immerhin abzugrenzen und zu sagen, was es nicht ist.

Mit einem unwissenschaftlichen Blick auf die viel zitierte Schwarmintelligenz, untersucht anhand von englischsprachigen Google-Resultaten, können wir festhalten: Im Netz herrscht Schweigen darüber, ob Syrien vielleicht Belgien, die Schweiz oder Mali sein könnte. Während es eine gewisse Unsicherheit darüber zu geben scheint, ob Syrien Russland ist (8 Treffer), lässt sich als Trend feststellen: Syrien ist weder Libyen (190.000 Treffer) noch Irak (71.300 Treffer). Es ist auch nicht Ägypten (90.800 Treffer), wo bei hier noch diskutiert wird, ob es vielleicht trotzdem eines Tages Tunesien werden könnte. Derzeit stehen dem noch 38.000 Treffer entgegen. 8.820 Einträge  bestätigen, dass Syrien nicht Afghanistan ist, über das wir wiederum wissen, dass es nicht die Schweiz ist, spätestens seit Foreign Policy 2010 dazu aufrief, diese Weisheit im Chor zu üben.

Während sich momentan viele Veröffentlichungen mit der Frage nach Waffenbesitz in der Zivilbevölkerung sowohl in den USA als auch in Syrien befassen, zeigt sich bei den meisten Einträgen, dass beide Länder dennoch nicht verwechselt werden. Hier herrscht die Ansicht vor, Syrien sei nicht „Amerikas … Problem.“

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