Archiv der Kategorie: Palästina

Tod eines Aktivisten: Bassel Khartabil

Bassel Khartabil 2009 (c) Heinrich-Böll-Stiftung Beirut

Bassel Khartabil 2009 (c) Heinrich-Böll-Stiftung Beirut

Nicht immer ist das, was gesagt wird, auch das, was beim anderen ankommt. So ist es auf dem Flipchart, das der Blogger Bassel Khartabil hier in die Kamera hält, dargestellt. Entstanden ist die Aufnahme bei einem Blogger-Workshop von Global Voices und dem Beirut-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung 2009.

Das Piktogramm ist geradezu emblematisch für  Situationen geworden, in denen sich zivile Aktivisten und humanitäre Helfer Syriens in westlichen Ländern oft wiederfinden dürften: Gerade diejenigen, die sich dem gewaltfreien Widerstand in Syrien verschrieben haben, werden in Syrien am erbittertsten verfolgt – durch Daesh, durch andere Extremisten, durch die PYD aber insbesondere von Anfang an durch das Regime. Doch während sie dort ihr Leben riskieren, bekommen sie in Deutschland und an anderen Orten oft genug zu hören, es gäbe sie gar nicht mehr.

Genau das ist der Eindruck, den das syrische Regime vermitteln möchte: Nur, wenn der Westen die „Guten“ nicht als relevant wahrnimmt, kann Assad darauf bauen, als „einzige Option“ und mutmaßlich „kleineres Übel“ vis-a-vis Daesh akzeptiert zu werden. Deswegen sind dem Regime kluge, bekannte Köpfe ein Dorn im Auge.

Der syrisch-palästinensische Aktivist Bassel Khartabil gilt einigen als derjenige, der das Internet für Syrien geöffnet hat. Als Blogger und Techie hat er lange vor 2011 Innovation in Syrien inspiriert und unter anderem an einem 3-D-Modell von Palmyra gearbeitet. Er begann 2011 als Bürgerjournalist zu arbeiten. Am ersten Jahrestag der syrischen Revolution, am 15. März 2012, wurde Bassel Khartabil an einem Checkpoint in Damaskus verhaftet. Die niederländische Journalistin Monique Doppert hat ihm ein Buch gewidmet. Unzählige Organisationen, darunter Amnesty International, Human Rights Watch, Global Voices, Creative Commons, haben sich für seine Freilassung eingesetzt, vergebens.

Trotz finsterer Haftbedingungen und Folter verlor Bassel Khartabil nicht seine Zuversicht, wie aus der Haft geschmuggelte Briefe zeigen. Im Oktober 2015 wurde er aus dem Gefängnis an einen unbekannten Ort verbracht. Heute schreibt Bassels Frau, Noura Ghazi Khartabil:

„Es ist schwierig, Worte zu finden, um im Namen von Bassels und meiner Familie mitzuteilen, dass mein Mann Bassel Khartabil Safadi hingerichtet wurde. Er wrude wenige Tage nachdem er im Oktober 2015 aus dem Adra-Gefängnis abgeholt wurde, hingerichtet. Das ist für einen Helden wie ihn ein würdiges Ende. Ich war die „Braut der Revolution“ und Deinetwegen bin ich zur Witwe geworden. Das ist ein großer Verlust für Syrien. Das ist ein großer Verlust für Palästina. Das ist ein großer Verlust für mich.“

Hungerstreik

Ein Gastbeitrag von S., Praktikantin im hbs-Büro Ramallah

Während der Mittagspause spaziere ich heute zur Abwechslung einmal in Richtung Arafat-Platz. Aus den Lautsprechern dröhnen dort seit Tagen arabische Lieder und eifriges Männergeschrei. Auch ein Zelt wurde aufgestellt, das mit Postern und Fahnen behängt ist und unter dem sich zu jeder Uhrzeit Menschen mit resignierten Gesichtern zu schweigendem Beisammensein versammeln.

Dass vor fast zwei Wochen ein Hungerstreik von palästinensischen Gefangenen in israelischer Haft ausgerufen wurde ist mir bekannt, dass dieses Zelt etwas damit zu tun hat wusste ich allerdings nicht. Jeden Tag werden hier Solidaritäts-Versammlungen und Demonstrationen abgehalten, um jenen Palästinensern, die unerreichbar weit weg, hinter den Gittern israelischer Gefängnisse einen stillen Kampf um ihre Rechte führen, eine Stimme zu verleihen.

Foto: S. (c) hbs Ramallah

Zum Anlass des “Gedenktages für Palästinensische Gefangene” am 17. April haben geschätzte 1500 Palästinenser in israelischer Gefangenschaft einen kollektiven Hungerstreik mit offenem Ende ausgerufen. Anführer dieser Initiative ist der prominente Gefangene Marwan Barghouti, 57. Der Fatah-Politiker wurde im Jahr 2004, während der Zweiten Intifada von einem israelischen Militärgericht wegen Mordes und Terrorismus zu fünf lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt. Er selbst hat sich gegen diese Vorwürfe nicht verteidigt, weil er die Rechtmäßigkeit des Gerichts und des Prozesses nicht anerkannt hat. In der palästinensischen Gesellschaft genießt Barghouthi hohes Ansehen und wir von vielen als möglicher Nachfolger von Mahmoud Abbas gesehen.

Foto: S. (c) hbs Ramallah

Unter dem Slogan „Freiheit und Würde“ prangern die Hungerstreikenden unter seiner Führung die israelischen Verstöße gegen die Menschenrechte der palästinensischen Häftlinge an. Sie beklagen Folter, Isolations- und Adminstrationshaft, sowie mangelnde medizinische Versorgung, die Inhaftierung von Kindern und das Verbot von Familienbesuchen und sie verlangen substanzielle Verbesserungen der Haftbedingungen.

Zu den Forderungen der Gefangenen gehören öffentliche Telefone im Gefängnis, um die Kommunikation mit den Familien zu ermöglichen, regelmäßige Besuche (alle zwei Wochen) und eine Verlängerung der Besuchsdauer (auf 45 Minuten), angemessene medizinische Versorgung, ein menschlicherer Umgang mit den Gefangenen, die Erlaubnis, persönliche Gegenstände besitzen zu dürfen (etwa Bücher, Zeitungen oder Kleidung) und das Recht auf Bildung.

Aber wieso greifen die Häftlinge zu solch lebensbedrohlichen Mitteln, um ihre Ansprüche durchzusetzen? Die Antwort auf meine Frage bekomme ich eine Woche später bei einer großen Demonstration zur Unterstützung der Hungerstreikenden in Ramallah. Der Treffpunkt könnte nicht geeigneter sein: unter der Statue von Nelson Mandela, dem südafrikanischen Anti-Apartheidskämpfer und ersten Präsidenten des demokratischen Südafrika, sammeln sich Männer, Frauen und Jugendliche und verlangen nach seinem Beispiel Gerechtigkeit und Freiheit.

Die Demonstranten, denen ich meine Fragen stelle, erklären mir, dass dieser „rechtmäßige Ungehorsam“ ein Mittel sei, um sich gegen ein strukturiertes System der Einschränkung und Repression zu wehren und die Autorität über den eigenen Körper wiederzugewinnen. All ihrer Freiheiten beraubt bleibe ihnen nichts anderes übrig, als dazu den eigenen Körper und die eigene Gesundheit einzusetzen. Hungerstreik sei ein legitimes Widerstandsmittel, das von der World Medical Association (WMA) in ihrer Deklaration von Malta anerkannt worden sei als „Form des Protestes jener, ,, die keine andere Möglichkeit haben, ihre Forderungen bekannt zu machen“.

Der Hilferuf der Hungerstreikenden ertönt heute auf dem Nelson Mandela Platz aus den Mündern ihrer Mütter und Väter, Frauen, Männer und Kinder. Die ganze Welt soll ihn hören. Man singt, schwenkt Fahnen, eine Musikkapelle trommelt, von der Bühne aus ertönen Parolen; selbst der aus dem Gazastreifen stammende „Arab-Idol“ Star Mohammad Assaf ist hier, um Solidarität mit den Gefangenen zu demonstrieren und der Kampagne mehr mediale Aufmerksamkeit zu verschaffen.

 

Foto: S. (c) hbs Ramallah

Auf vielen T-Shirts prangt zudem der Hashtag #SaltWaterChallenge, eine Initiative von Aarab Marwan Barghouti, dem Sohn des Streik-Anführers. Er ruft damit dazu auf, es den Hungerstreikenden gleich zu tun und ein Glas Wasser mit Salz zu trinken. Diese Geste der Solidarität sollte, nach dem Vorbild der soegannten „Ice Bucket Challenge“, gefilmt und auf YouTube gepostet werden. Viele Prominente und weniger Bekannte sind dem Aufruf bereits gefolgt, darunter auch Mitglieder der Jewish Voice for Peace in den USA. Darüber hinaus gibt es in vielen Städten Europas und der USA Solidaritätsbekundungen, Sit-Ins und Demonstrationen. Die israelische Gefängnisverwaltung dagegen hat bislang keine Anzeichen gegeben, dass sie den Forderungen der Gefangenen nachgeben will.

 

Farkha – das erste Öko-Dorf Palästinas

Ein Beitrag von Yara Almunaizel und Bettina Marx

Die Einwohner des Dorfes Farkha im nördlichen Westjordanland sind sich nicht einig, was der Name ihres Dorfes bedeutet. Denn das Wort „Farkha“ kann man sowohl mit Henne als auch mit Speerspitze übersetzen. Beide Bedeutungen sagen etwas über die rund 1600 Einwohner des kleinen Ortes aus. Einerseits versuchen sie – wie eine Henne – im Einklang mit der Natur zu leben und scharren im kargen Boden nach Essbarem. Andererseits wollen sie eine Speerspitze der ökologischen Bewegung in Palästina sein. Nach und nach wandeln sie ihr Dorf darum in ein Ökodorf um. Eine umweltgerechte Landwirtschaft ohne künstlichen Dünger, sparsame Nutzung der ohnehin mageren Ressourcen, Recyceln und Kompostieren von Abfällen, Aufbereitung von Nutzwasser – das sind die Pläne, mit denen sie ihr Dorf umbauen, ihre Ausgaben reduzieren und ihre Erträge steigern wollen.

Farkha liegt in der Nähe der Kleinstadt Salfit, etwa 30km nördlich von Ramallah, auf einem Hügel voller Olivenbäume. Die Mauern des Dorfes sind mit Graffiti geschmückt, darunter das berühmte Konterfei des argentinischen Revolutionärs Che Guevara. Es zeugt von der in der Region verbreiteten linken politischen Haltung.

Im Dorf gibt es zwei Schulen, zwei Kindergärten, eine Frauengemeinschaft und eine große Moschee mit einer zitronengelben Kuppel die von fast überall im Dorf zu sehen ist. Die Ruinen der alten bescheidenen Bauernhäuser am Rande des Dorfes geben einen Einblick in das Leben vor einhundert Jahren. Damals lebten die Familien zusammen mit den Nutztieren in einem Haus. Der Stall befand sich unter dem Schlafzimmer von Eltern und Kindern. Siekonnten so von der Wärme profitieren, die Schafe und Ziegen ausstrahlten. Die spärlichen Besitztümer wurden auf gemauerten Regalen gestapelt. Wer Geld hatte, ließ sich aus dem wohlhabenden Küstenort Jaffa ein Holzfenster oder einen hölzernen Kleiderschrank kommen. Heute sind die alten Häuser fast verfallen, aber die Dorfgemeinschaft plant, sie wiederherzustellen und Besuchern als eine Art Freiluftmuseum zugänglich zu machen.

Unterstützung erhalten die Dorfbewohner von zahlreichen Freiwilligen, die einmal im Jahr kommen, um bei der Aufbau- und Restaurierungsarbeit zu helfen. Seit 23 Jahren veranstaltet Farkha ein Freiwilligenfestival, zu dem jährlich rund 500 Besucher aus dem Westjordanland, aus Israel und dem Ausland kommen. Die engagierten Helfer – viele von ihnen kommen jedes Jahr wieder – legen überall mit Hand an, wo es nötig ist. Sie streichen die Klassenzimmer der Schule, sie bessern die Straßen aus und pflanzen Bäume. Und sie kochen und feiern mit den Dorfbewohnern.

40% der Bewohner von Farkha arbeiten und leben von der Landwirtschaft. Sie stellen vor allem organisches Olivenöl her, das im Dorf gepresst wird.
Saad Dagher ist Agrarwissenschaftler, der das Dorf seit Jahren auf seinem Weg zum Ökodorf unterstützt. Zusammen mit der Arabischen Gemeinschaft für Agrarwissenschaften und unterstützt durch die Heinrich-Böll-Stiftung hat er eine Studie über die soziale und ökonomische Situation von Farkha erstellt, auf deren Grundlage der Wandel vorangetrieben werden soll. Dabei hat er drei Hauptprobleme identifiziert, mit denen die Dorfbewohner konfrontiert sind: Wassermangel, die veralteten Sickergruben und die Wildschweine, die in dieser Gegend frei umherlaufen und  die Ernte zerstören. Im Islam gelten die Tiere als unrein und dürfen nicht gejagt und verzehrt werden. Da sie unter Naturschutz stehen, dürfen sie auch nicht durch Gift oder Fallen getötet werden.

Hamad Bakr, der Bürgermeister von Farkha, hat freundlich funkelnde grüne Augen und ist optimistisch, dass das Dorf eine Lösung für das Wildschweinproblem finden wird. Er selbst ist überzeugter Vegetarier, eine Seltenheit in Palästina, und setzt daher auch im Umgang mit den Wildschweinen auf Gewaltlosigkeit. Seine Mitbürger unterstützt Bakr mit Elan und Tatkraft. Farkha soll ein ökologisches Schatzkästchen im Westjordanland werden, ein Vorbild für andere Dörfer, die auf umweltfreundliche Landwirtschaft setzen wollen. Schon haben sich Interessenten aus dem Gazastreifen gemeldet, die Ideen und Innovationen für ihre eigenen Projekte übernehmen wollen. In der unter Wasserarmut und beschränktem Zugang zu Ressourcen leidenden Gegend könnte der Umstieg auf ökologische Landwirtschaft den Menschen helfen, zu überleben.

 

Yarmouk – ist das nicht, wo ISIS …?

„Blue“YouTube Preview Image

„Delegationen kommen, Delegationen gehen … es werden immer mehr Delegationen und immer mehr Versprechen – oh, was sind das für Zeiten,“ singen melancholisch die berühmt gewordenen „Piano-Helden“ von Yarmouk. Verwoben ist die Sequenz in den Dokumentarfilm „Blue“ des palästinensisch-syrischen Musikers und Regisseurs Abu Gabi, der damit den diesjährigen Samir-Kassir-Preis für Pressefreiheit im Libanon in der Rubrik Audiovisuelle Medien gewonnen hat. Das ist in mehrerlei Hinsicht erfreulich: erstens, weil es ein wunderbarer Film ist, in dem die Erinnerungen des Musikers mit der heutigen Lage zusammengebracht werdden.

Zweitens, weil es Yarmouk in Erinnerung ruft. „Yarmouk, ist das nicht was neulich von ISIS erobert wurde?“  Dass ISIS das Lager letztlich nicht übernommen hat, sondern – trotz der willkürlichen Luftangriffe des Regimes, nicht wegen – von den Bewohnern zurückgedrängt worden ist, ist nur von wenigen realisiert worden.

Yarmouk, zuvor zum Inbegriff des Leidens in Syrien geworden, scheint seit dem Überfall der Terrormiliz nur noch durch sie im kollektiven Gedächtnis präsent. ISIS temporärer Terror dort hat augenscheinlich die fürchterlichen Bilder der Massen, die dort um Essen anstehen aus dem Gedächtnis verdrängt.

Von den einst 450.000 BewohnerInnen des äußerst lebensfrohen Stadtteils von Damaskus, der als Palästinensercamp seinen Anfang nahm, sind schätzungsweise nur knapp über 10.000 geblieben. Die meisten sind geflohen, weil das Regime Yarmouk seit über zwei Jahren belagert und systematisch aushungert. ISIS hat für eine weitere Fluchtwelle aus dem Camp gesort. Umso schöner ist es, mit einem solchen Film den Geist zwischen den Ruinen von Yarmouk plakativ in den Vordergrund zu rücken: dass es nicht nur ein Hort von Kämpfern ist, sondern dass es weiterhin dort Zivilisten gibt, die sich weigern kleinbeizugeben, und die trotz allem, was ihnen widerfährt, den Kampf für ihre Rechte auf friedlichem Wege fortsetzen.

In diesem Jahr stammten alle drei Finalisten-Beiträge in dieser Kategorie aus den Produktionen von Bidayyat, und alle drei sind sehenswert: Ein armenischer Opernsänger spricht in dem Film „1915“ über das komplexe Verhältnis von Armeniern zu den jeweiligen Ländern und Gesellschaften in denen sie sich aufahlten. „Armenier, die nach Deir ez-Zor flohen, wurden von der dortigen Bevölkerung aufgenommen, und es wurde ihnen geholfen, ein neues Leben zu beginnen. Heute, 100 Jahre später sind sie wieder auf der Flucht. Aber diesmal sind sie nicht alleine. Die Leute aus Deir ez-Zor fliehen mit ihnen gemeinsam,“ sagt der Protagonist an einer Stelle.

In „Frontline“ filmt der Regisseur Saeed Batal, der sich weiterhin in der von Belagerung zermürbten und durch die Luftschläge des Regimes zerstörten Ghouta befindet, einen Scharfschützen, der letztlich die Waffe weglegt, um Bäcker zu werden. Schöner und melancholischer kann man in 12 Minutenn ichtauf dne Punkt bringen, wonach sich viele in Syrien sehen: Normalität, aber eine andere Normalität, als die, die sich im Krieg in vielen kleinen Enklaven auch an der Front etabliert.

Respekt! Marteria im Flüchtlingslager

Ehrlich gesagt hatte ich von dem Mann noch nichts gehört; aber das Musikfest im Flüchtlingslager klang interessant, also sind wir hingefahren. Neben vielen palästinensischen Künstlern hatte das lokale Goethe-Institut auch einen deutschen Hip-Hopper eingeladen: Marteria. Wer das ist wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Aber es wurden auch gute palästinensische Acts erwartet, zum Beispiel die Jerusalemer Rap-Combo „Alif“. Dass es in der Westbank, in Jerusalem, in Gaza großartige Bands und Künstler gibt ist kein Geheimnis und auch in den palästinensischen Flüchtlingslagern gibt es oft eine reichhaltige Kulturszene. Deutsche Chartsstürmer treten allerdings weniger oft auf. Mit Marteria kam aber ein echter Star nach Shuafat, der in Deutschland dieses Jahr bereits die Charts anführte.  Außerdem hat der Mann als ehemaliger Fußball-Jugendnationalspieler, Model und Schauspieler eine illustre Vergangenheit. Dass so jemand überhaupt zu einem Auftritt nach Palästina kommt, und dann noch ins Flüchtlingslager Shuafat, ist wirklich bemerkenswert. Dass er dabei eine Menge Spaß hatte umso mehr:

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(c) Paul Ripke. Hier finden sich eine Menge weitere tolle Fotos von dem Auftritt.

Shuafat ist einer jener Stadteile Ost-Jerusalems, die teilweise durch den Bau der Mauer abgeschnitten wurden. Das Flüchtlingslager hat es besonders schlimm getroffen, es ist von der Mauer isoliert und bekommt, obwohl Teil Jerusalems, kaum Dienstleistungen von der Jerusalemer Stadtverwaltung, jüngst wurde sogar die Trinkwasserversorgung zum Problem. Über kaputte, staubige Straßen fahren wir von Ramallah über Umwege (denn die direkten Wege sind von der Mauer und durch Checkpoints versperrt) nach Shuafat, irgendwann ist eine Straße von brennenden Reifen versperrt und wir verirren uns in den engen Gassen, bis wir die laute Musik in der Nachbarschaft hören. Zunächst singt auf der Bühne ein traditioneller Sänger, gefolgt von Tanzgruppen und palästinensischen Rappern. Dann wird Materia auf die Bühne gerufen, und er tritt im Flüchtlingslager völlig natürlich auf, klatscht junge Fans vor der Bühne ab, animiert gut gelaunt das Publikum  und bittet irgendwann ironisch seine „Homies“ auf die Bühne, ein paar schüchterne Teenager in palästinensischer Tracht, die vorher Volkstänze aufgeführt hatten und jetzt sichtlich begeistert sind von Marteria. Der singt ein paar Songs, auf Deutsch, die hier keiner versteht. Aber der Text passt ganz gut:

„Die ganze Erdkugel bebt
Wir haben überlebt
Und du glaubst nicht an Wunder?
Und du glaubst nicht an Wunder?“

Ein großartiges Lied, auch Shuafat wartet auf Wunder.

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Ein Klavier zwischen Ruinen

Yarmouk-Camp, Damaskus (c) Yarmouk Activists

Yarmouk-Camp, Damaskus (c) Amer Alhindi

Unter den zwölf Palästinenserlagern in Syrien hob sich Yarmouk in vielerlei Hinsicht ab. Es gehörte zu den drei Camps, die nicht von der UNRWA sondern von der syrischen Regierung etabliert worden waren, und entwickelte sich weitgehend wie viele der anderen Vorstädte von Damaskus auch. Es wuchs, und bei weiten nicht nur durch palästinensische Zuzüge. Von den rund 800.000 Einwohnern waren letztlich lediglich rund ein Fünftel Palästinenser. Ich erinnere mich an viele Besuche der belebte Einkaufs- und Restaurantstraße in Yarmouk.

Für viele war es eine zweite Heimat geworden, die ihnen erlaubte, sich gleichzeitig als Palästinenser und Syrer zu fühlen. Davon zeugen auch die melancholisch anmutenden Videos einer Gruppe junger Männer, die zwischen den Ruinen des in weiten Teilen zerstörten Camps an einem verstimmten Klavier singen: „Kommt zurück, ihr Vertriebenen, eure Reise dauert schon zu lang“ – eine Hommage an das Zugehörigkeitsgefühl zu Yarmouk. 

Palästinenser waren in Syrien besser integriert als in anderen Länder. Anders als im Libanon zum Beispiel gab es nur wenige Positionen, in  der Politik oder höheren Ränge in Militär und Sicherheit, die ihnen verwehrt waren. Ansonsten aber genossen sie weitreichende Freiheiten – soweit dies unter der stets engen Kontrolle der syrischen Sicherheitsbehörden möglich war. Wie auch bei den stets betonten pan-arabischen Interessen galt für den Einsatz des Regimes für palästinensische Angelegenheiten immer, dass diese aus seiner Sicht nur unter syrischer Führung vertreten werden sollten. Über Hafez al-Assad heißt es, er habe sich als weitaus bessere Vertreter ihrer gesehen als die Palästinenser selbst. Sowohl in den Jahren der syrischen Intervention im Libanon als auch danach hat das Regime stets durch ihm verbundene Palästinensergruppen versucht, Macht auszuüben.

Der Beginn der syrischen Revolution stürzte daher viele Palästinenser in Yarmouk in ein Dilemma. Die Polarisierung in der syrischen Gesellschaft verschonte auch sie nicht. Einerseits waren die Lebensbedingungen von staatlicher Seite für viele besser als an anderen Orten, andererseits fühlten sich viele durch die gelebte Integration auch dem Aufbegehren verbunden. Gleichzeitig waren sie sich ihrer eigenen Verwundbarkeit bewusst. Wie der syrisch-palästinensische Journalist Nidal Bitari im Journal for Palestine Studies schreibt: „Jeder wusste um die Massaker in Sabra und Shatila in Beirut im September 1982, die massenhaften Ausweisungen staatenloser Palästinenser aus Kuwait während des ersten Golf Krieges, gar nicht zu reden davon, was ihnen nach der US-Invasion in Irak geschehen war.“

Als das syrische Regime 2011 erstmals erlaubte, dass Palästinenser erst anlässlich des Nakba-Tages im Mai 2011, dann ein weiteres Mal im Juni direkt an die israelische Grenze durften, galt vielen das als ein Zeichen, dass das Regime von seinen eigenen Problemen abzulenken versucht. Bei beiden Anlässen wurden Palästinenser durch israelische Soldaten erschossen oder verwundet – während das syrische Regime nicht eingriff, um sie zu schützen oder auch nur humanitär zu versorgen.

Die Eskalation in Yarmouk erfolgte jedoch erst gegen Ende 2012, eine Zeit, in der die Freie Syrische Armee, lange schon erpicht darauf, sich wegen der strategischen geografischen Lage Yarmouks, sich immer aggressiver versuchte, Eintritt zu verschaffen und durch das Luftbombardement des Regimes im Dezember die Gelegenheit dazu sah. Das bedeutete die weitgehende Abriegelung Yarmouks durch regimenahe Palästinensergruppen, die bereits die Versorgung mit Nahrung und medizinischen Gütern massiv beeinträchtigte. Seit Sommer 2013 ist das Camp vollständig abgeriegelt.

Das ist für die Zivilbevölkerung verheerend: über 70 sind mittlerweile verhungert. Umso bewundernswerter ist die Haltung derer, die verbleiben. Medico International hat dies letzte Woche in einem Bericht aus Yarmouk eindringlich dargestellt. Auch wenn es in den letzten Tagen sporadische Hilfslieferungen nach Yarmouk gegeben hat: Sie sind im Wesentlichen ein Zeichen, dass das Regime sich vorbehält, über Leben und Tod zu bestimmen. Es ist kein verhandelter, unbeschränkter Zugang, sondern hängt weiterhin vom Gutdünken des Regimes ab, was und wie viel den Einwohnern zuteil wird.

Schwarze Limousinen, rote Teppiche – Mahmoud Abbas‘ Besuch in Beirut

Präsident Mahmoud Abbas besucht Beirut (c) Andrey Dolmov

Präsident Mahmoud Abbas besucht Beirut (c) Andrey Dolmov

„Schwarze Limousinen mit abgedunkelten Scheiben – so viele von denen habe ich noch nicht einmal gesehen, als der libanesische Präsident und einige Minister Tyros besucht haben,“ erzählt meine Kollgin. „Am Märtyrer-Platz war ein riesiger Auflauf, ein ausgerollter roter Teppich. Ich habe mich dumm gestellt und den Soldaten neben mir gefragt: Ist jemand zu Besuch? Aus welchem Land? Er hat, Spott in der Stimme, gesagt: Palästina.“

Auch, dass die Straßen ostentativ mit palästinensishcen Flaggen geschmückt gewesen seien, habe sie noch nie erlebt. „Es ist undenkbar, dass die libanesische Regierung einen Schritt auf die im Land lebenden Palästinenser zu macht. Insofern nimmt mich wunder, mit welchen Ehren Mahmoud Abbas hier empfangen wird.“

Dass ein palästinensischer Präsident den Libanon besucht, ist nicht alltäglich. Sechs Mal ist dies bislang vorgekommen. „So ein Besuch ist immer ein Zeichen dafür, dass es Probleme gibt und es Sicherheitsfragen zu klären gibt,“ erklärt meine Kollegin. Derzeit sind es die regionalen Konflikte, die auch unter verschiedenen Gruppen im Libanon zu starken Spannungen führen. Hamas und Hisbollah, lange Jahre ein Herz und eine Seele in ihrer Regionalsicht und dem Kampf gegen Israel, gehen dieser Tage getrennte Wege. Während Hamas-Anführer Khaled Meshaal Damaskus nach wenigen Monaten der Revolution Syrien den Rücken gekehrt, und sich gegen Assad und dessen Regierung positioniert hat, hält Hisbollah-Generalsekretär Nasrallah Assads Regime unverbrüchlich die Treue.

Damaskus hat stets versucht, neben der offiziellen Außenpolitik mit anderen Regierungen Seitenkanäle mit militanten Nichtregierungsorganisationen zu etablieren – mit der Hisbollah, mit der PKK, mit irakischen Oppositionsgruppen zu Saddam Hussein und zu den Nachkriegsregierungen. Als Reaktion auf den israelisch-arabischen Friedensprozess hatte Damaskus die „Allianz palästinensischer Kräfte“ respektive die „Damaskus-10“ etabliert, eine Gruppe, die nicht nur den Staat Israel, sondern auch die gewählte palästinensische Regierung ablehnte. Spätestens seit dem 2012 Regierungstruppen das palästinensische Lagers Yarmouk in Damaskus bombardiert haben, beteiligen sich viele Palästinenser – unter anderem auch Hamas – am Aufstand gegen das syrische Regime.

Aber was hat das mit Libanon zu tun? „Es passiert immer wieder, dass ungute Entwicklungen Palästinensern in die Schuhe geschoben werden,“ erklärt meine Kollegin. „Guck dir die Ereignisse vom 23. und 24. Juni in Saida an.“ In Saida, vierzig Minuten südliche von Beirut gelegen, hatte der salafistische Sheikh Assir schon lange in jeder Hinsicht provoziert. Er hatte seit dem letzten Jahr mit Sit-Ins den Verkehr in und um Saida lahm gelegt, um die Entwaffnung der Hisbollah zu erwirken. Er hatte auch zum Jihad in Syrien aufgerufen. Am Sonntag, 23. Juni, eröffneten Assir-Anhänger das Feuer auf einen Armeecheckpoint. In den darauffolgenden Auseinandersetzungen kamen über 20 Armeangehörige ums Leben, und weitere 100 wurden verletzt. Der Zwischenfall erschütterte viele im Libanon. Zivilgesellschaftliche Akteure, die zuvor die Soldaten wegen ihrer „unmännlichen“ Haltung verspottet hatten, zeigten sich betroffen über die herben Verluste die ein einzelner Salafist mit einer vergleichsweise beschränkten Anhängerschaft der Armee zufügen konnte. Im christlichen Teil Beiruts sind bis heute Kondolenz-Transparente quer über die Straße gespannt.

In Saida befindet sich mit Ain al-Heloue das größte Palästinenserlager des Libanon, von dem es heißt, dass salafistische syrische Gruppen hier Ableger haben. Die libanesischen Autoritäten und insbesondere die Armee haben keine Hoheit über die Lager und dürfen diese nicht betreten. Obwohl es sich bei Sheikh Assir um einen libanesischen Salafisten handelt, waren über Dreiviertel der nach den Auseinandersetzungen in den Straßen Saidas Verhafteten Palästinenser. Einer von ihnen tauchte wenige Stunden später zu Tode gefoltert wieder auf. Ein Youtube-Video zeigte auch, wie im gleichen Zusammenhang libanesische Soldaten auf offener Straße einen Syrer misshandelten. Angeblich, so die Armee, geht sie diesen Vorfällen auf den Grund und wird die Zuständigen bestrafen. Klar ist jedoch, dass die Schuld am Erstarken des Salafismus primär externen Kräften zugewiesen wird.

Hamas-Chef Meshaal rief daraufhin Parlamentssprecher Nabih Berri an und versucht, mit der Hisbollah wieder in Kontakt zu treten, um die Wogen zu glätten. In die gleiche Richtung geht Abbas‘ Besuch. Es ist ein Vorstoß um zu verhindern, dass sich libanesisch-palästinensische Konflikte hochschaukeln. Abbas betonte bei seinem Besuch, dass die Palästinenser eine neutrale Haltung zu den arabischen Revolutionen einnähmen. Er selbst könne nur PLO-nahe Palästinenser beeinflussen aber es müsse klar sein: „Wir sind zeitweilige Gäste, die sich dem Gesetz unterordnen, nicht darüberstehen.“

Palästina im Arab Idol Fieber

Jeden Freitag Abend gibt es derzeit in der gesamten arabischen Welt nur ein Thema. Es ist nicht der grausame Krieg in Syrien. Nicht die Proteste in Ägypten, oder aktuell in der Türkei. Es handelt sich vielmehr um die arabische Version von „Deutschland sucht den Superstar“ – Arab Idol. Dabei treten Kandidatinnen und Kandidaten aus der ganzen Region gegeneinander an; und ein bisschen so wie beim „Eurovision“ Wettbewerb ist das Ganze nicht nur interessant wegen der eigentlichen Gesangsbeiträge, sondern auch wegen der Herkunft der Teilnehmer und ihrer Geschichten. Jeden Freitag abend wird die Show auf dem libanesischen Sender MBC aus Beirut ausgestrahlt. Langsam aber sicher geht die Show auf die Zielgrade, von den vorausgewählten 13 Kanidaten sind nur noch vier übrig. Unangefochtener Superstar ist Muhammed Assaf aus Gaza.

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Seine Herkunft aus dem isolierten, belagerten Gazastreifen weckt alleine schon Sympathien, um so mehr aber sein abenteuerlicher, beschwerlicher Weg zu den Vorausscheidungen in Ägypten. Assaf hatte sich in Gaza einen Namen als Sänger gemacht, der dort in erster Linie auf Hochzeiten auftrat. Jetzt fiebern nicht nur die 1,7 Millionen Menschen im Gazastreifen, sondern auch Fans in Jerusalem und in der Westbank mit ihrem Hoffnungsträger – genauso wie in vielen anderen Ländern der gesamten Region.

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Ramallah: Bereit für’s Public Viewing.
Foto: CC-BY-SA René Wildangel

In der Stadtmitte Ramallahs findet jeden Freitag abend ein Public Viewing statt (was hier sonst nur beim Classico, der Begegnung zwischen Real Madrid und FC Barcelona denkbar war). Auch in Gaza gibt es Public Viewing, und in einem größeren Hotel in Gaza singt jede Woche Muhammads Bruder, der in seine Fußstapfen treten will. Überall in Palästina hängen Plakate mit dem Konterfei Assafs und der Nummer 3 – die müssen Zuschauer in einer sms senden, wenn sie Assaf unterstützen wollen. Palästinensische Banken werben mit Assaf und bieten an für jede sms, die die Palästinenser zugunsten Assafs abgeben, nochmal eine weitere sms-Stimme zu finanzieren.

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Werbung mit Superstar Assaf
Foto: CC-BY-SA René Wildangel

Muhammad Assaf ist wirklich ein grandioser Sänger und er dürfte gute Aussichten auf den Gesamtsieg haben; auch, aber nicht nur wegen seiner Herkunft und Geschichte. Am gestrigen Abend wurde er von der Jury wieder euphorisch gelobt. Eines der Jurymitglieder machte mit zwei Anekdoten deutlich, wie groß der Kult um Assaf ist: Erstens habe er einen Brief von einem palästinensischen Gefangenen in Israel bekommen, der sich im Hungerstreik befinde – auch um Medien nutzen zu können, und insbesondere damit er auch MBC und Arab Idol verfolgen könnne. Zweitens habe ihn auf der Fahrt zur Sendung jemand angerufen, um auszudrücken wie sehr er Muhammad Assaf die Daumen drücke – kein geringerer als Präsident Mahmoud Abbas. Samstag abend wird auf MBC mitgeteilt, wer ausscheiden muss, die endgültige Entscheidung fällt am 22. Juni. Die Konkurrenz für Assaf ist groß, und mit der Syrerin Farah Youssef gibt es noch eine weitere Kandidatin, der viele den Sieg auch aufgrund der tragischen Entwicklung in ihrem Heimatland wünschen. Aber für die Palästinenser ist die Sache längst klar: Superstar ist nur einer, Muhammed Assaf.

 

Deutsches Classico in Ramallah

Für die Fans in Ramallah war die Paarung des gestrigen Abends die Höchststrafe. Denn Palästinenserinnen und Palästinenser teilen sich in der Regel in zwei Gruppen (nein, nicht Hamas und Fatah, die haben beide schon längst die Zustimmung der meisten verloren): In Gaza, Ostjerusalem und Westbank ist man entweder Barcelona- oder Real Madrid-Fan. Vor dem Classico, das jeweils Tausende in die Kaffehäuser lockt, werden in Ramallah in der Stadtmitte Clubfahnen und Trikots verkauft. Für beide Sympathien haben, das geht nicht. Im Winter, als in Ramallah Schnee lag, habe ich Kinder gehört: „Ihr seid Real, wir sind Barca“, so die Einteilung vor einer Schneeballschlacht.IMG_2828

Auch Fußball ist in Palästina natürlich politisch. Seit 1998 ist Palästina FIFA Mitglied und derzeit auf Platz 153 der Weltrangliste. Eine Steigerung ist schwer, so lange die Westbank besetzt bleibt und aufgrund der Teilung zwischen Gaza und Westbank kein regulärer Spielbetrieb möglich ist. 2012 erreichte der palästinensische Nationalspieler Mahmud Sarsak erst durch einen Hungerstreik, nach dessen Ende er nur noch 30 Kilo wog, die Freilassung aus einer dreijährigen Haft, zu der er nie verurteilt worden war. Auch die Treue zu den beiden spanischen Lieblingsvereien wird bisweilen politischen Proben ausgesetzt: Wenn Barcelona den israelischen Soldaten und Ex-Geisel Gilad Shalit einlädt oder Ronaldo Millionen für Kinder in Gaza spendet.

Neben dem spanischen Fußball kommt lange Zeit für die palästinensischen Fans erstmal nichts. Das liegt an der Dominanz, am erfolgreichen „Tiki-Taka“ der vergangenen Jahre. Deshalb löste das „deutsche Classico“ hier wenig Begeisterung aus: Erst schmiss Dortmund Real raus, dann setzte es auch noch eine derbe Klatsche für Barcelona. Ausgerechnet die beiden verehrten Vereine schmissen die Deutschen raus. Nur eine Handvoll-Bayernfans gibt es schon: in der „Snowbar“, einem Biergarten in Ramallah, wurde ausgelassen gefeiert. Vielleicht der Beginn einer neuen Ära?