Ein Fest für alle Sinne

"Jesus is born" - (c) Julie Dover

„Jesus is born“ – (c) Julie Dover

Ein Gastbeitrag von Julie Dover

Die Weihnachtszeit ist überall von einer ganz besonderen Stimmung geprägt. Im Libanon hat sie jedoch noch eine ganz eigene Note. Ich habe das Gefühl, dass hier alles viel intensiver als anderen Orts ist. Die Dekorationen entlang der Hauptstraße in Hamra, die Weihnachtsmänner vor den Läden in Gemmayzeh, die Süßigkeiten, die Passanten zum Fest der heiligen Barbara angeboten werden … Jeden Tag erinnert mich der monumentale Weihnachtsschmuck, zusammen mit den Weihnachtsliedern in der Straße daran, dass das große Fest naht. Auf den Märkten treiben sich die Leute auf der Suche nach den besten Geschenken für dieses besondere Fest herum. Auch ist es in den meisten Kirchen Beiruts eine schöne Tradition, in dieser Zeit Konzerte abzuhalten, von denen ich schon einige erlebt habe. Hier spielt es auch gar keine Rolle, welcher Konfession man angehört: alle kommen an diese heiligen Orte, um Musiker aus der ganzen Welt zu hören, wie sie klassische Stücke spielen. Ganz im Geiste der eigentlichen Weihnacht – der uralten Tradition, sich zu versammeln – wird hier gefeiert.

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Julie - PotraitJulie Dover hat einen Master in Internationalen Beziehungen des IRIS Sup‘ in Paris. Von Oktober bis Dezember 2015 forschte sie zu Wassermanagement im Libanon. Ihr Papier wird auch die derzeitige Müllkrise einbeziehen und beleuchten, inwieweit diese potentiell die Wasservorkommen des Libanons beeinflusst.

Trauter Schein und Design: Weihnachten in Byblos

Byblos 2015 (c) Lena Herzog

Byblos 2015 (c) Lena Herzog

Ein Gastbeitrag von Lena Herzog

Auch wenn sich das Wetter in Beirut für Deutsche wenig vorweihnachtlich anfühlt – auf den Straßen ist es unübersehbar, dass das Fest vor der Tür steht. Man hat hier ein Faible für außergewöhliche Dekoration, es scheint mir fast so, als ob zwischen den verschiedenen Geschäften und Straßenzügen ein Wettbewerb bestünde.

Neben FLaschenbürstenbäumen kann man auch Nussknacker im Schaufenster finden, für alle die, die es eher klassisch mögen.

Besonders stolz auf seinen Weihnachtsbaum ist man in der Stadt Byblos, einige Kilometer nördlich von Beirut. Inmitten einer belebten Einkaufsstraße taucht das diesjährige Exemplar vor uns auf. Der Satz „sieht blendend aus“ bekommt hier eine wortwörtliche Bedeutung. Zwischen vor Freude quiekenden Kindern und deren Müttern, die mit vollgepackten Einkaufstaschen versuchen ihrem Nachwuchs hinterher zu kommen, kämpfen wir uns näher an den Baum heran. Aus Lautsprechern tönen lautstark amerikanische Weihnachtslieder. Der Baum wurde dieses Jahr zum wiederholten Male von The Guardian zu einem der schönsten weltweit gekürt.

In Byblos will man aber nicht nur durch Größe und Beleuchtung des Baumes beeindrucken. Die Spiegelelemente und Lichterketten sollen Segel und Felsen darstellen, als Zeichen der Gegenwart, der Vergangenheit und der Vielfältigkeit der Stadt – verpackt in ein modernes Kunstwerk, als Höhepunkt der bunt dekorierten Straßen im Lande.

Der Hafen in Byblos (c) Lena Herzog

Der Hafen in Byblos (c) Lena Herzog

Irgendwann wird uns das Treiben um den Baum zu viel und wir machen einen Spaziergang zum Hafen. Dort hat man in einer ruhigen Ecke den ausrangierten Baum vom letzten Jahr abgestellt.

Der ist zwar auch golden, aber mit Lichtern hat man an ihm gespart. Aus einer nahegelegenen Kirche hören wir Adventsgesänge. Letztendlich ist es dann genau diese Szene, die mich in Weihnachtsstimmung versetzt. Und in diesem Jahr wohl auch die alten Gässchen und Palmen in Byblos – denn sollte die Geschichte so passiert sein, hat es wohl dort, wo Maria und Josef ihren kleinen Jesus in die Krippe gelegt haben, ähnlich ausgesehen.

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Lena Herzog

Lena Herzog

Lena Herzog studiert an der Universität Osnabrück „Demokratisches Regieren und Zivilgesellschaft“. Von November 2015 bis Januar 2016 überwinterte sie in Beirut als Praktikantin der Heinrich Böll Stiftung. Für ihr Forschungsprojekt traf sie viele Aktivisten, die gegen den Müll auf Beiruts Straßen und gegen die libanesische Regierung protestieren.

Das geheime Leben der Flaschenbürsten

(c) Bente Scheller

(c) Bente Scheller

Eine Flaschenbürste? Monatelang wurde ich von achselzuckenden Verkäufern weitergeschickt. Die Suche blieb erfolglos, obwohl es eigentlich nichts gibt, was man in Beirut nicht bekäme. Nun weiß ich, was es mit den Bürsten auf sich hat. Umgefärbt und windschnittig gefönt, zusammengedreht und mit Lichterketten umschlungen drängeln sie sich jetzt als Weihnachtsbäume in den Läden. Ob orange, violett oder blau, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jeden Tag auf meinem Nachhauseweg laufe ich durch einen solchen borstig-bunten Weihnachtswald, und manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Rentiere darin mich schadenfroh angrinsen. Die ernähren sich wahrscheinlich auch nicht von Moosen und Flechten sondern (Spül-)Schwämmen.

Weihnachtsmarkt in Mar Mikhael (c) Bente Scheller

Weihnachtsmarkt in Mar Mikhael (c) Bente Scheller

Ohnehin scheinen Weihnachten und Reinlichkeit hier in einem Atemzug gedacht zu werden. Am Eingang des größten Beiruter Weihnachtsmarktes prangt eine riesige Werbeanzeige für Schädlingsbekämpfung. Dabei herrschte bei Ochs und Esel doch sicher kein Saustall.

Nachts an Gate 13

Marien-Statue (c) Bente Scheller

Marien-Statue (c) Bente Scheller

Flughafen Beirut, mitten in der Nacht. Am Gate 13 haben zwei Reisende jeweils eine Madonnenstatue neben sich stehen, größer als ihr eigentliches Handgepäck.

„Haben Sie die immer dabei, wenn Sie auf Reisen gehen?“ frage ich. Ich habe im Libanon mehr Schreine als in meinem ganzen vorherigen Leben zusammen gesehen, und überhaupt zum ersten Mal Leute, die sich, wenn sie an einer Kirche vorbeigehen, bekreuzigen. In meinem Haus sind regelmäßig Nachbarn damit beschäftigt, die Flure mit Weihrauch zu vernebeln. Viele Taxifahrer haben wahlweise Kreuze, Rosenkränze, kleine Ausgaben des Korans, Anhänger von Fatimas Hand oder „blauen Augen“ an den Spiegeln. Insofern erscheint es mir keinesfalls unmöglich, dass diese Herren auch gedacht haben könnten, je näher man dem Himmel komme, desto sichtbarere Schutzpatroninnen führe man am besten mit sich.

Die beiden Passagiere lachen. „In Zypern kriegt man sowas nicht,“ sagt der eine. „Du weißt, orthodox und nicht orthodox, die einen haben es mit Ikonen, die anderen nicht.“

„Ja,“ fügt der andere hinzu, „und in meinem Dorf wissen alle, dass ich jede Woche in den Libanon reise. Die ganzen alten Damen beknien mich, ihnen doch eine Marien-Statue mitzubringen. Drei Mal schon hatte ich eine als Fracht aufgegeben, und immer sind sie kaputt gegangen. Das reicht, habe ich gesagt, nun kommen sie mit ins Bordgepäck.“

Wo sich Fuchs und Hähnchen „Gut gemacht!“ sagen

Bezahlter Strafzettel (c) Bente Scheller

Bezahlter Strafzettel (c) Bente Scheller

Der Autovermieter macht sich an der Kaffeemaschine zu schaffen. Ich will bereits freundlich ablehnen, da kommt er auch schon zurück: „Also, diese Schwämmchen taugen wirklich nicht, wir müssen die Marken immer am Dampfstrahl der Kaffeemaschine befeuchten, damit sie wirklich halten“, meint er, als er die im Libanon unabdingbare kleine Briefmarke auf die Rechnung appliziert, stempelt und abzeichnet. „Hast du von Maurice gehört?“ fragt er mich beiläufig.  „Ja, klar“, erwiedere ich, bestens im Bilde durch mein Team.

Maurice ist nicht etwa ein entfernter Bekannter von uns beiden, sondern derjenige, der „das ganze Land liebt“, glaubt man den sozialen Medien, dabei ist er bislang noch nicht in Talkshows aufgetreten. Das liegt an einer Audio-Botschaft: „Maurice, morgen wird es im ganzen Land Kontrollen geben,“ heißt es da. Gemeint sind nicht etwa um Kontrollen wegen einer Terrordrohung, wie man dieser Tage annehmen könnte, sondern wegen der in diesem Jahr erlassenen neuen Regularien des Verhaltens im Straßenverkehr. So habe Maurice von einer anonymen Quelle innerhab der Sicherheitskräfte erfahren, dass diese am kommenden Tag besonders auf die Gurtpflicht achten wollten, und darauf, ob auch alle Autofahrer ihr Warndreieck mit sich führten.

Dabei sind Fahrstil als auch Fahrzeuge im Libanon wundersam für europäische Augen. Geparkt wird nach Gehör, Fahren: „Am besten betrunken und mit Augenbinde, sonst stehst du das nicht durch,“ rät man Neuankömmlingen. Während ich in meinem Leben nie so viele SUVs und nigelangelneue Porsches wie in Beirut gesehen habe, kann ich auch umgekehrt nur all die Spachtelmasse bewundern, aus der mit etwas Draht und Nummernschildertn ein Vehikel wird. Doch nicht nur dass: es gibt sogar einen TÜV, durch den unser Auto unlägst wegen einer nicht kalibrierten Handbremse rasselte.

„Schick dies an diejenigen, die du liebst“, schloss der anonyme Hinweisgeber aus Sicherheitskräften in seinem Anruf. Das tat Maurice, und die er liebte, versandten es wiederum an weitere. Im Nu hatte sich die Sicherheitswarnung wie ein Lauffeuer verbreitet, woraufhin der Großeinsatz abgeblasen wurde.  „Scheint, als würdest du das ganze Land lieben,“ knarzte  daraufhin die mutmaßlichen Sicherheitsquelle auf dem nächsten Audiofile.

Daran zeigte sich die Macht des Hörensagens. Effektiver als durch den Erlass selbst wurden Autofahrer landesweit an ihre Pflichten erinnert. „Wir brauchen jede Woche einen neuen Maurice“, jubilierte der BlogBaladi, „all die Autofahrer mit Sitzgurt und ohne mit dem Handy zu telefonieren … Niemand weiß, ob es ein Hoax ist aber irgendwie hat jeder es geglaubt und ist ein besserer Verkehrsteilnehmer geworden!“

In diesem Land, in dem der Humor weder von Vorschriften noch Anschlägen kleinzukriegen ist, zirkulierten alsbald nicht nur ein akkurat datierter vorgeblicher Strafzettel an Maurice – als habe ausgerechnet er am besagten Tag eine Ordnungswidrigkeit begangen – sondern auch eine fingierte Werbung: „Maurice, morgen gibt es einen Preisnachlass auf Brathähnchen der Kette xy … teil dies mit allen, die du liebst!“

Iraks Wegweiser der Hoffnung

Mahmoud Shubbar - Art Space Galery Hamra, Beirut

Mahmoud Shubbar – Art Space Galery Hamra, Beirut

 

 

 

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

Auf den ersten Blick wirken sie wie öde Straßenschilder. Langweilig, denkt mein Auge. Doch dann re-fokussiert es, und nimmt ein Einschussloch gleich neben den Buchstaben BAGHDAD wahr. Und da! Noch eins. Die Schilder beginnen zu sprechen, so scheint es fast. Misshandelt, zerbeult, verfärbt, von Kugeln durchsiebt. Der irakische Künstler Mahmoud Shubbar hat sich ihrer angenommen und erzählt durch sie von den Traumata des irakischen Volkes, von der amerikanischen Intervention im Jahr 2003. Anfang November waren sie in der Galerie Art Space in Beirut zu sehen.

Shubbars Sprache ist der Vandalismus, und so übermalt und verfärbt er die Straßenschilder, lässt die Bezugspunkte und Hinweise unter der Schwarzen Acrylfarbe verschwinden. Orientierungslos stehen wir davor, wie auch die Iraker orientierungslos umherzuirren scheinen, zwischen fallenden Statuen aus der Saddam Ära, deren Erscheinung im aktuellen Irak wie ein großes Fragezeichen wirken. Ohne Plan und ohne Zukunft. Der Künstler fragt wohin der Weg der Geschichte führt, wenn alle Orientierungspunkte verschwunden sind.

Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Muenster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

#Russia_kills_the_rest_of_us

Protest vor der russischen Botschaft in Beirut (c) Alisha Molter

Protest vor der russischen Botschaft in Beirut (c) Alisha Molter

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

„Nimm sie lieber nicht mit“, bittet mein Freund unseren Mitbewohner. Ich gehe trotzdem hin.

Es ist Dienstagabend in Beirut, die Sonne verschwindet langsam hinter den Häusern. Nach der Arbeit eile ich nach Hause, schnappe mir meinen syrischen Mitbewohner und mache mich auf den Weg zur russischen Botschaft. Dort soll heute eine Demo gegen die am 30. September begonnene russische Militärintervention in Syrien stattfinden.

Unter dem Hashtag #Russia_kills_the_rest_of_us haben verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen und Unterstützer der syrischen Revolution zu einem Protest vor der russischen Vertretung aufgerufen. In der Ankündigung steht “everyone has the same boring excuse: fighting terrorism.“ Das sehe ich ähnlich. Und mache mich auf den Weg.

Die Botschaft liegt in Mar Elias, nicht weit von unserer Wohnung. Wir laufen. Auf dem Weg frage ich mich, wie viele wohl kommen werden, um mit uns zu demonstrieren. Im Libanon leben mittlerweile rund 2 Millionen Syrer, viele von ihnen sind Gegner des Assadregimes. Auf der Facebookseite des Events haben rund 330 Menschen zugesagt, fast 60 haben mit „vielleicht“ auf die Einladung geantwortet.

Doch die Realität ist ernüchternd. Auf dem Bürgersteig vor der Botschaft stehen knapp 20 Menschen mit Transparenten. Der Anblick ist fast surreal. Es ist kaum Platz auf dem schmalen Bürgersteig vor der Botschaft, die gleich an einer vierspurigen und vielbefahrenen Straße liegt. Mehr Demonstranten würden gar nicht hinpassen.

Die Menschen stehen in zwei Reihen hinter einer langen grün-weiß-schwarzen Flagge- den Farben der Nation vor der Machtergreifung der Baathpartei und dem Symbol der Revolution von 2011. Zunächst zögere ich, dann gesellen wir uns zu der kleinen Gruppe. Auffällig viele der Demonstranten sind weiblich. Neben mir steht eine zierliche junge Frau, mit weiß-rosafarbenen Kopftuch und buntem T-shirt. Ihr Gesicht ist freundlich, sie lächelt mich an. Wir kommen ins Gespräch.

„Was denkst du, wieso sind nicht mehr Syrer hier?“ frage ich meine Nachbarin. „Die Menschen haben Angst“, antwortet sie. „Viele haben noch Familie in Syrien und sie wollen sich nicht öffentlich äußern, weil sie befürchten, dass ihre Familien bedroht werden könnten.“ Ich verstehe sie. Denn selbst ich als Europaerin habe ein mulmiges Gefühl, wenn sich die Fernsehkameras auf mich richten, und die Fotoapparate klicken. Ich fühle mich wie bei einem Shooting für ein Klassenfoto- oder besser wie ein Fußballteam nach einem Spiel. Die Reihe wird abgeblitzt und abgefilmt – oder man kriegt gleich ein Mikrofon vor die Nase gehalten.

Eine Frau, ebenfalls in meinem Alter, schaltet sich ein und bestätigt meine Bedenken: „Die haben ihre Spitzel hier und merken sich wer da ist.“ Mit ‚die‘ meint sie das Regime in Damaskus und seine Verbündeten, wie etwa die libanesische Hisbollah, die das Assadregime aktiv mit Kämpfern und Waffen unterstützt. Ihre Leute sitzen auch in offiziellen Staatsorganen wie etwa der Polizei, die uns hier vor der Botschaft gerade schützt – oder umlagert?

In jedem Fall sind weitaus mehr Polizisten anwesend als Demonstranten. Ich gucke sie mir genauer an, die Sicherheitskräfte, die Kameramänner, und jene die einfach nur „gucken kommen“. Von weitem. Ein Polizeibeamter macht Fotos mit dem Handy. Aus Sensationslust oder doch mit einem anderen Anliegen? Die junge Aktivistin neben mir drückt mir ein Plakat in die Hand: „Tschetschenien, Georgien, Ukraine, Syrien – Russlands Verbrechen hören nicht auf“, steht da auf Englisch, Arabisch und Russisch. Ich halte es vor mich, wie ein Schutzschild gegen die Kameras. Dann rückt sie ihr blaues Kopftuch zurecht, setzt ihre coole Sonnenbrille auf und geht unerschrocken nach vorne, in die erste Reihe.

„We want to leave, Putin must leave“, ruft ein junger bärtiger Mann vor mir immer wieder durch ein Mikrofon. „Du musst ihm erklären, dass es ‚we want to live‘ heißt“, sage ich meinem Mitbewohner. Mit der syrischen Flagge vor Nase und Mund gebunden, könnte er optisch in Konkurrenz zu einem Western-Helden treten. Er leitet es an den Bärtigen weiter. „Kannst du es sagen?“ fragt mich der Typ mit dem Bart und dem Mikro verunsichert. Ich schüttele den Kopf. Das geht nun wirklich nicht, finde ich. „Das musst du machen, von mir wirkt das komisch. Es ist doch dein Land.“ Dann ergreift die Frau mit dem weiß-rosafarbenen Kopftuch das Mikro. Auf Arabisch ruft sie: „Kein Assad, kein Daesh, wir wollen Freiheit“. Der Sprechchor antwortet ihr dröhnend und wütend.

Die meisten hier haben Angehörige verloren. Einige davon sind in Assads Gefängnissen ermordet worden. So auch der Ehemann einer Bekannten, oder der Vater des jungen Mannes mit dem Bart. „Vielen Dank, dass du gekommen bist“, sagt er immer wieder. Ich bin die einzige Europaerin hier. Alle anderen sind Exilanten. Sie mussten ihre Heimat verlassen. Es eint sie die Wut gegen das Regime – und das Heimweh. Als sie alle zusammen die Revolutionsversion von „Sourriya ya habibati“ (Syrien, meine Geliebte) anstimmen, spüre ich die Traurigkeit in den Worten und der Stimme meines Mitbewohners.

Nach einer Stunde löst sich die Veranstaltung auf, aber das mulmige Gefühl bleibt. Einige Kinder falten DinA4 Transparente zu Papierfliegern und lassen sie über den Stacheldrahtzaun der Botschaft fliegen. Wir werden von Sicherheitskräften zum Auto begleitet.

Neben uns betritt ein Hisbollah-Anhänger einen Kiosk, das Gewehr geschultert. Sein grünes Halstuch, in der Symbolfarbe der Schiiten, weht im Wind. Mir ist das alles nicht ganz geheuer. Tief in mir merke ich, dass es das Letzte ist, was wir tun sollten und dennoch drehe ich mich zu meinem Mitbewohner und frage: „Sollen wir rennen?“

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Muenster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

Viele, viele kleine Scheinchen

Viele kleine Scheine für die ein oder andere Krankenschwester (c) Bente Scheller

Viele kleine Scheine für die ein oder andere Krankenschwester (c) Bente Scheller

Im Überschwang der Geburtsvorbereitungen kann einem leicht der Überblick verloren gehen, was noch gemacht werden muss und was man mit ins Krankenhaus nehmen sollte. Dem versuchen Webseiten und einschlägige Magazine mit Listen abzuhelfen – weltweit, aber in den Empfehlungen keineswegs einheitlich.

LibanesInnen würden sich bei den deutschen Ratgebern wahrscheinlich den Kopf darüber zerbrechen, was es mit „Pezziball, falls im Kreissaal nicht ausreichend vorhanden“ auf sich hat, mit Globuli und Duftlampen (hier könnte man allerdings davon ausgehen, dass Weihrauchgefäße in Beiruter Hospitälern garantiert vorhanden sind). Während man im Libanon schon einen wirklich schlechten Tag haben müsste, damit man seinen Selfie-Stick ausgerechnet auf dem Weg zur Klinik nicht greifbar hätte, würde man sich fragen, wie man das in deutschen Aufzählungen gern erwähnte „Kleingeld fürs Telefon“ ins Handy bekommt.

„Im Geburtsvorbereitungskurs in Deutschland hat man uns gefragt, wie wir uns die Umgebung bei der Geburt vorstellen. Ich hatte mir das Beiruter Krankenhaus ja schon angesehen und allen anderen im Kurs blieb ein wenig der Mund offenstehen, als ich geantwortet habe: ‚alles weiß gekachelt, mit Gittern vor der Tür, also ein bisschen wie ein Gefängnis‘,“ erzählt eine Bekannte. Spätestens nach der Geburt habe sie die Gitter zu schätzen gewusst: In libanesischen Familien sei es Usus, sich sofort und zahlreich zur Feier des freudigen Ereignisses ins Krankenhaus zu begeben, und die Gitter hätten ermöglicht, das Limit von nur je zwei BesucherInnen gleichzeitig aufrecht zu erhalten.

Entsprechend viel Aufmerksamkeit wird in den libanesischen Hinweisen auch der Sorge um die Besucher gewidmet. Man möge seine Augenbrauenpinzette nicht vergessen und die Väter sollten an frische Kleidung und Deo für sich denken, heißt es. Unter „Extras“ aufgeführt: „Ein Tablett, um den Besuchern Schokolade zu reichen“  sowie „kleine Geschenke, um sie den Besuchern als Andenken an die Geburt zu geben.“ In einem Nobel-Krankenhaus in Clemenceau ist in der Eingangshalle ein Grundriss der Suite abgebildet, in der man in den Tagen nach der Geburt mit seinem Hauspersonal residieren könne, und es liegt eine Broschüre aus, wie die Schönheitschirurgen desselben Krankenhauses umgehend ihre Arbeit aufnehmen könnten, damit es nicht wirkt, als sei nach der Geburt vor der Geburt.

Der Druck, die zusätzlichen Kilos sofort loszuwerden, ist auch andernorts vorhanden, doch an wenigen Orten bekommt man so unverfroren-kritische Kommentare zum Aussehen wie im Libanon und in kaum einem anderen Land wird mehr zum Messer gegriffen, um den eigenen Körper um jeden Preis zu perfektionieren. Als der um Verbraucherschutz bemühte Minister Abu Faour im Frühjahr dieses Jahres zahlreiche selbsternannte „Beauty Parlours“ schließen ließ, weil sie kein qualifiziertes Personal oder haarsträubende hygienische Zustände hatten, protestierten Besitzer der Salons am Weltfrauentag dagegen: Schönheit sei ein Frauenrecht, lamentierten sie – auch wenn man ihr Wirken zum Teil sicherlich eher als Körperverletzung hätte beschreiben können.

Auf beiden Checklisten steht ein Fön. „Kommt ganz auf das Krankenhaus an“, winkt meine Kollegin ab. „In Sin el-Fil zum Beispiel kann man sich einfach den Friseur ins Zimmer bestellen, damit er einem die Haare legt.“ Beim Kostenvoranschlag für eine Geburt gilt es zu wählen. Die Unterschiede sind im Wesentlichen die Zimmerbelegung – aber auch andere Leistungen sind preiswerter, wenn man sich für ein Mehrbettzimmer entscheidet: „Wer das tut, kann es sich wahrscheinlich anders nicht leisten. Man kriegt die gleichen Schmerzmittel, die gleiche Betäubung, aber einen Preisnachlass aus sozialen Gründen,“ erklärt der Arzt, und fragt, ob wir eine Beschneidung wollen, wenn es ein Junge wird. Ob Christen oder Muslime, im Libanon ist dies für alle Standard; wer es für sein Kind anders will, sollte es vorher ankündigen. „Und wenn ihr ein Mädchen kriegt, sagt ihnen auch vorher Bescheid, falls ihr nicht wollt, dass sie sofort Ohrlöcher stechen,“ fügt eine Freundin hinzu.

Der ultimative Tipp für werdende Väter im Libanon: „Viele kleine Scheinchen … Ein Trinkgeld für diese Krankenschwester, eines für jene … man weiß ja, wie das hier läuft!“

Warum Frida Kahlo es in Beirut schwer gehabt hätte

Werbung eines libanesischen Schönheitssalons ... 3,6 likes. (c) Elza Sefarian

Werbung eines libanesischen Schönheitssalons … 3,6 likes. (c) Elza Sefarian

Ein Gastbeitrag von Alisha Molter

„Wieso rasierst du dir eigentlich nicht deinen Schnurrbart?” fragte mich neulich eine Bekannte hier in Beirut. Böswilligkeit oder gutgemeinter Ratschlag? In jedem Falle sträuben sich mir die Haare, aber ich krümme ihr keins. Ich fasse mir unter die Nase: Gut, denke ich, meine kurdischen Wurzeln haben mir den ein oder anderen Zottel mehr mitgegeben, aber Schnurrbart ist dann doch an den Haaren herbei gezogen. Meine Gedanken wandern zu dem üppigen schwarz-grauen Schnurrbart meines Opas ins Saarland. Dort sind Haare sogar eine regionale Delikatesse. Hoorische, zu Deutsch Haarige, heißt hier die Regionalspeise, deren Oberflächenstruktur die Saarländer wohl an einen Flaum erinnert. Zurück zu meiner Bekannten in Beirut, der antworte ich nur barsch „Ich habe Wichtigeres zu tun in meinem Leben“.

Das wiederum ist für Libanesinnen kaum vorstellbar, denn hier sind Haare das absolute No-Go und ihre Eliminierung Hauptbeschäftigung so manch einer Frau. Unter den Achseln, an den Beinen, zwischen den Beinen, an Brauen, Bauch, oder Busen. Doch da hört es noch lange nicht auf. Auch den Haaren an den Armen geht es hier an den Kragen. Oder besser an die Wurzeln. Zum ersten Mal in meinem Leben erlebe ich Männer, die mir fasziniert auf die Arme starren, oder „mal anfassen“ wollen und begeistert ausrufen: „Wow, ich mag deine Arme!“

Auf dem Kopf der Libanesinnen türmt sich hingegen alles, was sonst wo gestutzt wird. Der Friseurbesuch kostet ein Vermögen, er frisst einem buchstäblich die Haare vom Kopf. Im Salon wird dann selbst meine Mähne gebändigt und hochpoliert wie die eines Zirkuspferdes. Mein Schopf glänzt wie einer von diesen mit Wachs eingeschmierten, genmanipulierten Äpfeln. Gegen Lockenstab, Glätteeisen, Glanzspray und Haaröl kann man hier kein Veto einlegen.

Der Rest des Pelzes wird kurzerhand entfernt, mit Lasern oder Elektroden, durch Rasieren, Epilieren, Waxen oder Karamellisieren, wie in Libanons berühmtester Komödie der letzten Jahre „Caramel“. „Si belle“ heißt der Schönheitssalon hier, in dem wie vielerorts im Nahen Osten dem Flausch mit heißer Karamellmasse auf die Pelle gerückt wird. Gegen den weltweiten Trend, die Achselhaare wieder frei wuchern zu lassen, sind die Libanesinnen immun. Sie könnten sich dem gar nicht anschließen, da sie sich ihrer Pracht per Laser bereits dauerhaft entledigt hätten, schreibt die libanesische Autorin Lama Hajj auf dem Blog beirut.com. Und überhaupt: wie würde es aussehen, wenn nach dem stundenlangen Schminken und Stylen das Gesamtbild durch aus den Achselhöhlen lugende Borsten getrübt würde!

Im Libanon gilt also ganz klar „Waxen statt Wachsen“ – auch für die Männer. Am Strand kann man die vom Haardschungel befreiten Schultern und Rücken bewundern, deren Eigner ölig-glänzende Tatoos zur Schau tragen. Haar-Anarchie herrscht für die Herren nur im Gesicht. Ob Flüchtling oder Student, Dschihadi oder Marxist, Hipster oder Taxifahrer: der Bart muss dicht sein. Frei nach dem Motto „ganz Bär ist der Mann“.

Blondiert, coloriert, betoniert, wegrasiert, retuschiert: Ich lasse hier sicher kein gutes Haar an der libanesischen Fellgeschichte. Doch diese kurzen Stoppeln, dieser weiche Flaum auf den Armen, er könnte Auslöser einer neuen Haarkleid-Bewegung sein.

Bis es soweit ist, braucht man als Pelzaktivistin im Libanon die Haare besonders an einer Stelle: auf den Zähnen.

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Muenster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.

„Ihr stinkt!“- Lautstarke Proteste, schweigende Politiker

"Ihr stinkt!" - Proteste gegen die Müllpolitik (c) Alisha Molter

„Ihr stinkt!“ – Proteste gegen die Müllpolitik (c) Alisha Molter

Wie Beiruts Müllproblem die Nation eint. Ein Gastbeitrag von Alisha Molter.

Totenstille herrscht an diesem Samstagabend in Beiruts Partyviertel Mar Mikhail, in dem ich seit Mai lebe. Ungewohnt schnell erreicht mein Sammeltaxi, den Pub „Radio Beirut“, der mich sonst um so manche erholsame Nacht bringt. Ein-, zweimal drücke ich mir auf die Ohren, aber es sind nicht meine Trommelfelle. Es ist fast so, als sei Beirut in einen Dornröschenschlaf verfallen. An den Stromausfällen kann es nicht liegen, denn die halten keinen Beiruter vom Party machen ab.

Kaum in der Wohnung, weiß ich was los ist: Ganz Beirut sitzt vor dem Fernseher! Aber es ist nicht etwa die Fußball- WM, die die Menschen ihr kaltes Bier in den Bars vergessen lässt. Es ist der Müll. Seinetwegen haben sich mehrere tausend Menschen in Beiruts Stadtzentrum zusammengefunden. Sie protestieren gegen den Abfall, der seit Wochen in den Straßen vor sich hingammelt und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei. Wer es nicht vor dem Fernseher mit verfolgt, geht selbst hin.

Am nächsten Tag gehe auch ich „gucken“. Gemeinsam mit meiner libanesisch-armenischen Freundin Elza, Unterstützerin der YouReek („Ihr stinkt“) Bewegung, mache ich mich auf den Weg ins Zentrum. „Nimm Zwiebeln mit und Cola“ rät mir mein syrischer Mitbewohner. Der muss sich ja auskennen mit Revolutionen und Tränengas, denke ich, und packe etwas verunsichert auch meine Taucherbrille ein. Man weiß ja nie.

Unweit Beiruts größter Moschee ist es vorbei mit der Stille. Menschenmassen rufen aufgebracht „Verbrecher“ und „haut ab“. Ein junger Mann rennt die Straße herunter. Er trommelt wie wild auf einen Kochtopf ein. „Wir, das Volk, wollen das Regime stürzen“, brüllt die Menge in Anlehnung an die Proteste des Arabischen Frühlings. Sie alle wollen in den Innenstadtbereich „Downtown“, in dem auch das Parlament liegt. Bereits an normalen Tagen abgeriegelt und bewacht, ist er heute verbarrikadiert und für die Öffentlichkeit gesperrt. Hinter den meterhohen Stacheldrahtzäunen stehen Polizisten mit ihren Schusswaffen. Nach den Ausschreitungen am Vorabend haben sie die Sicherheitsvorkehrungen noch erhöht. Heute ist hier kein Durchkommen.

Ich mische mich unter die Demonstranten. Zelte stehen am Rande, denn einige haben die Nacht hier verbracht. Laut schallt Fairouz’ Stimme aus den Lautsprechern. Als Sangesikone weit über den Libanon hinaus bekannt, ist sie auch ein Symbol der nationalen Einheit, für die sich konfessionsübergreifend die Fans begeistern. Menschen diskutieren und rufen Parolen gegen die Polizisten. Einige Demonstranten werfen Flaschen und Stöcke auf die Beamten. Ein Aktivist stimmt über das Mikrofon die Nationalhymne an. Die Menschen schwenken Libanon-Flaggen. „Eh yalla, hukume tlaai barra !“, rufen sie, „Los, Regierung raus!“. Ähnliche Worte fanden die Beiruter das letzte Mal während der „Zedernrevolution“ 2005, als die Demonstranten die syrischen Besatzer aufforderten, das Land zu verlassen.

Der Müll ist nur Auslöser eines längst überfälligen Aufbegehrens. Die Menschen demonstrieren gegen eine Regierung, die illegitim und korrumpiert ist, gegen Wasserknappheit und tägliche Stromausfälle, gegen die Generatorenmafia und die seit einem Jahr scheiternden Präsidentschaftswahlen. Den Gestank der Müllhaufen kennt hier im Libanon jeder. Der Gestank setzt sich über konfessionelle Strukturen hinweg. Er macht weder vor Schiiten, Sunniten, Drusen, Christlich-orthodoxen, Maroniten noch einer der anderen Konfessionen Halt. Er breitet sich über alle aus. Und ist für alle nur eins: unerträglich.

Neben jungen Männern mit viel Muskelmasse schmücken sich ein paar Botoxgesichter aus der Beiruter Oberschicht mit Libanons Farben. Eine Frau, in schwarzen Schleier gehüllt, fotografiert ihre Tochter auf einem Motorrad. Ein paar junge Aktivisten springen auf einem Polizeiauto herum, das nicht rechtzeitig abgeholt wurde. Die Polizisten hinter den Stachelzäunen werfen Blendgranaten. Der Knall ist enorm. Zum ersten Mal bekomme ich ein mulmiges Gefühl. Auch Elza traut den Polizisten nicht. Gestern sind mehrere Menschen verletzt worden, als die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition in die Luft gefeuert haben.

Ein paar junge Mädchen machen unbeirrt Revolutions-Selfies. Neben mir steht eine ältere Dame aus Ashrafiehs christlicher Oberschicht. Sie spricht konsequent nur Französisch. Sie trägt rosafarbene Lackpumps und ein passendes Kleid. „Thaura, Thaura!“ ruft sie. Revolution! Beiruts Revolution mag auf den ersten Blick eigenartig erscheinen, doch für das sonst in religiöse Lager gespaltene Land ist der heutige Tag tatsächlich etwas Besonderes. „Wir wollen kein konfessionelles System mehr“ proklamiert ein selbst gemaltes Plakat in Französisch, Arabisch und Englisch. Überall wehen libanesische Flaggen. Ein 100 Meter langes rot-weißes Band wird von einem Ende zum anderen durchgereicht. Es schwebt über der Menge.

So unterschiedlich die Menschen sein mögen, sie alle scheinen die Nase voll zu haben von Tatenlosigkeit und Bereicherung der Politiker. Beirut fühlt sich gut an und erinnert an ein Volksfest: Musik, und Trommeln, jung und alt, mit Kopftuch oder ohne, alles ist bunt gemischt. „Schawarma?“ fragt uns ein Mann. Er streckt uns ein Tablett mit Hühnchensandwiches entgegen. Wir lehnen dankend ab.

Julia Boutros‘ Stimme erklingt über der Menge. „Ich atme Freiheit. Schneide mir nicht die Luft ab“, singt der libanesische Star. Ihre Worte scheinen heute fast wie ein Plädoyer gegen den Gestank. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sie Widerhall finden, oder ob die Proteste wie so oft im Libanon sang- und klanglos verebben.

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Alisha Molter

Alisha Molter

Alisha Molter hat einen Master in „International and European Governance“ (WWU Muenster) und „Management des institutions culturelles“ (Sciences Po Lille). Nach einem Praktikum im Nahost-Büro Beirut der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie seit Mai 2015 das Büro Beirut als Beraterin.